“Ihr wollt uns unter den Brücken, ihr werdet uns auf den Dächern sehen.”
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Cosimo Galluzzi
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@geekstinkme
“Ihr wollt uns unter den Brücken, ihr werdet uns auf den Dächern sehen.”
“Life is beautiful and so are you!”
Die Blätter fallen ganz von selbst von den Bäumen, durch die Luft, die von alleine zirkuliert, alle kleinen Kinder werden immer des Nachts träumen, so wie sich die Natur ganz von alleine dechriffriert.
Diese schöne kleine Welt dreht sich auch ohne Anlass weiter, und die Fische schwimmen trotzdem, auch wenn sie keiner fängt, das Pferd lernt auch zu rennen, löscht man seinen Reiter, die Flüsse fließen wie gewohnt, auch wenn sie keiner lenkt.
Es passiert nciht, weil etwas anderes passiert ist, es passier und etwas anderes passiert. Die Ganzheit entsteht, wenn ein Teil ein anderes küsst, oder abstößt, oder streift, bis es sich, ganz von allein, regeneriert.
Nachts
Neben mir steht dampfend die heiße Kaffeetasse als ich fanatisch meine Finger in die Tasten hauen lasse. Es ist nachts, halb drei vielleicht, ich sitze gebückt mit blasser Haut – Trivialisten wären vom Klischee verzückt - völlig versunken, wie betrunken, in den Augen tanzen Funken, Die Stunden fliegen nur so weg, die Zeiger rotieren, unablässig kleine Klopfer die den Rhythmus nie verlieren, der Gedanke lässt der Hand gar keine Zeit zu diskutieren es ist so als würd' mein Geist grad meinen Körper infiltrieren -
plötzlich, ich halte inne, trinke, und drehe mich zurück, werfe im unnatürlichen Licht des Bildschirms einen Schatten an die Wand hinter mir, überfliege ein Stück, und lösche alles.
Plädoyer Für ein sogenanntes gestörtes Geschichtsverhältnis
Der zwar irrelevanteste, aber mit Abstand persönlich nervigste Aspekt der Mauerfallsfeierlichkeiten am 9. November war doch, wie ich wahrscheinlich einstimmig als Sprecherin dienen kann, die Gratis- BILD, die jedem deutschen Haushalt ungefragt als Informationsmüllmedium in den Briefkasten geworfen worden ist, und in der eine einseitige und an Selektionszensur kaum zu übertreffende Utopie des Aufessens der DDR durch die BRD beschrieben wird. Man kann über diese 'Zeitung' wirklich sagen, was man will, nur in meinen Augen nunmal kaum Positives, das über die – leider – hohen Verkaufszahlen hinausgeht. Daher habe ich mich mehr als ein wenig entzürnt, als ich sie des Morgens auf dem Küchentisch provozierend bunt und groß liegen sah, vor allem im Angesicht all der verschwendeten Papierbögen, die der springerschen Annexionsoffensive zum Opfer fielen. Wie muss sich denn so ein Baum fühlen, der jahrzehntelang mühsam wuchs, wenn er sein Leben dafür gab, wenn er sich zerhacken und zerschreddern ließ, um am Ende entweder von genervten Morgenmuffeln und Oppositionellen meckernd in den Kamin geschmissen zu werden oder an Massenverdummung und Geschichtsrevisionismus Teil zu haben? Als würden nicht ohnehin schon genug Bäume gefällt. Egal. Mir blieben die wutbürgerlichen Motzattitüden nämlich fern, wenn es sich nur um die geopferten Bäume handele, die medial totgeschwiegen würden, um die Selbstdarstellung von Regierung und Volk nicht zu stören. Aber das ist nunmal nicht der Fall.
In der Nacht vom 8./9. November 1938 ereignete sich im damaligen Deutschen Reich etwas durchaus nicht unbedingt Feierliches – zumindest aus heutiger (hoffentlich etwas weniger weit rechts angesetzten) Sicht. Unter den Zeitgenossen hingegen wurde das augenscheinlich wie eine gewonnene Fußballweltmeisterschaft gehandelt. Für alle, die sich nun am Kopf kratzend an die verschlafenen Geschichtsstunden zu erinnern versuchen:
Am 8./9. November 1938 kam es in der Pogromnacht reichsweit zu organisierten Übergriffen gegen Juden_Jüdinnen und jüdische Einrichtungen, bei denen 267 Synagogen und 7500 von Juden Geführte Geschäfte verbrannt sowie 91 Juden_Jüdinnen getötet und 30.000 in Konzentrationslager überführt worden sind – vor einem jubelnden Publikum. Die Polizei hatte die Anweisung, nur nichtjüdisches Eigentum sowie nur Nichtjuden_jüdinnen zu schützen.
Nun mag man, beziehungsweise nun mag der Geschichtsrevisionist, von einem gestörten Geschichtsverhältnis sprechen, wenn man es einfach grundsätzlich als irgendwie ein wenig bedenklich einstuft, an einem Tag, dessen Datum nun einmal mehr als den Mauerfall jährt, medial zu feiern, da diese unverkleidete Selbstdarstellung des Deutschtums als positive Volksgemeinschaft, kurz der Patriotismus, der große Bruder des Nationalismus, des Hauptverantwortlichen, ist, der in dessen Schatten unbeachtet wachsen und gedeihen kann, bis er groß und selbstständig genug ist, allein zu agieren. Jedoch scheint es die wenigsten wirklich zu stören, dass der Tag, an dem sich die Verfolgung der NS-Opfer auf einem unheimlichen Niveau verschlimmerte und institutionalisierte, im Jahr 2014 keinerlei Grund mehr zur Skrupel darstellt, die Einheit des Tätervolkes ebenda übermäßig zu feiern.
Natürlich ist dier Mauerfall nichts grundsätzlich schlechtes, hieß er doch für die Bürgerinnen und Bürger der DDR zwar auch zweifelhafte aber immerhin existente Verbesserung der Situation staatlicher Repressive. Der 9. November ist aber ein Datum, dass historisch vor allem in Deutschland viele Facetten hat, weswegen man es sich zweimal überlegen sollte, trotz allem, ob man unbedingt die Fahne schwingen muss, ob man unbedingt beim Wir-sind-ein-Volk-Gedudel in Funk und Fernsehen gedankenlos zustimmen muss, da jeder Nationalstolz immer auf der Grundüberlegung fußt, dass es 'uns' und 'die anderen' gibt, die sich zwangläufig signifikant unterscheiden. Und diese Differenzierung ermöglicht Aktionen wie die Pogromnacht und Ausartungen wie den Holocaust im Worst Case erst. Deutschland ist das Land der Täter. Es ist das Land, das zweimal die Welt in den Krieg stürzte, das Land, das die aggressivste und brutalste Form des Faschismus hervogebracht hat, das Land das verantwortlich ist für die Verschleppung, Folterung und Ermordung von Abermillionen Menschen, die dem Faschismus im Weg standen. Schon alleine deshalb stünde es diesem Staat, als Nachfolgestaat der Hitlerdiktatur, gut an, den Antifaschismus mit allen Mitteln zu unterstützen und offiziell an einen solchen Tag zu erinnern. Doch selbst der Bundestag veranstaltete keine Gedenkveranstaltungen, sondern sang ein Loblied auf sich selbst, obwohl sich der Faschismus in vielen Formen, von AfD bis NPD und III.Weg oder auch nur in den fremden-/frauen-/proletarierfeindlichen Stammtischparolen, wieder, oder auch immernoch, ausbreitet in diesem Land, und durch das mediale Totschweigen dieser Themen fördert man ein #Friedefreudeeierkuchenbild einer Nationsgeschichte, an der überhaupt nichts #friedefreudeeierkuchen ist, sondern die vielmehr unter dem Hashtag #blutgemetzelangstundhass zu verorten wäre. Sind nicht vielmehr diejenigen im Einklang mit dem Vorwurf des gestörten Geschichtsverhältnisses, die unter Reflexion allen Blutes, das an diesem Tag und seinen folgenden vergossen wurde, immernoch unverfroren 'shit happens' sagen und dabei mit der Hand auf dem Herzen die Hymne singen? Ein wirkliches Gedenken findet nicht statt, weil es unangenehm ist und ein hässlicheres Bild von Deutschland offenbart, als es das die friedliche Revolution tut, die sich am 9. November 1989 in Berlin ereignete. Das passt nicht in eine partypatriotische Gesellschaft, die nach nichts mehr schreit, als nach dem Vergessen, die nach der Maxime lebt:
"Ein Volk, das diese wirtschaftlichen Leistungen vollbracht hat, hat ein Recht darauf, von Auschwitz nichts mehr hören zu wollen." (-Franz Josef Strauß, Volksheld der Bayern)
Aber ich bitte euch, die ihr sowieso nicht bis hier gelesen habt, weil meine Sätze zu lang und meine Themen zu leserfeindlich sind, beweist ein wenig Taktgefühl. Steht nicht hinter Strauß, sondern hinter Adorno:
"Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, daß ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen.“ (-Theodor W. Adorno)
Querschnitt
Nadelstreifenanzugträger befreien die glänzenden Lederschuhe mit penibler Genauigkeit von dem Staub, in dem die Obdachlosen unruhig zitternd vor einem leerstehenden Gebäude schlafen. „Wir erleben eine Hochkonjunktur des Mitläufertums!“ - tönt eine aufgekratze Stimme aus dem Autoradio, eine Polizeistreife bahnt sich ihren Weg durch den zähen Verkehr, und anstatt den Schutz zu fühlen, für den der Freund und Helfer augenscheinlich bezahlt wird, prüfen die Biedermänner paranoid ihren Sicherheitsgurt. Staatliche Schulen lehren von Ost- und Westdeutschland, mit Lehrbüchern aus den späten Siebzigern, und verfestigen unbewusst eine abgerissene Mauer. Mittags gegen Zwei schreit eine Frau, und alle blicken aus ihren Küchenfenstern, aber leider hat keiner gesehen, wie er sie in die Gasse zerrte, der Blick fiel auf den kurzen Sommerrock bei 30° im Schatten. Ansonsten herrscht in den Straßen der Vorstädte erzwungene Ruhe, die tobenden Kinder mit den verwuschelten Haaren, man wird sie kaum vermissen. Rotzblagen. Den Spielplatz hat man abgerissen, an seiner Stelle ein Reihenhaus wie jedes andere, hinter dessen Fenstern das Leben eines jeden austauschbar seine gewohnten Bahnen läuft. Individualität verschwindet, weil man sich an Gleichheit bindet.
Betrachten
Der Wind zieht langsam an den Spitzen Der Grashalme, und so, wie wir hier sitzen, Erfahren wir, wie sich die Haare im Takt bewegen, als ob das, was zerhackt Wurde, gekappt wurde, repariert worden sei.
Die Baumwipfel rauschen leise wie Musik, Und man merkt nichts mehr vom angeblichen Sieg, Wenn die Zehen die kalte Erde berühren, Wenn es keine Stimme gibt, Ängste zu schüren, Wenn ich der welt ihren Makel verzeih.
Ein Marienkäfer landet auf meiner Hand, Krabbelt langsam an ihren äußersten Rand, Die kleinen Füßchen trappeln, kitzeln dezent, Während anderen gerade die Zeit wegrennt, Bewusst, dass ich mir meine nur leih.
Die Sonne strahlt als gebe es ihrer vier, Ohne Erwartungen, wir liegen bewegungslos und schier Verträumt in ihren warmen Armen, schließen die Augen, Als wollten, könnten wir den Moment aufsaugen, Es ist, als wäre man - frei.
Jein
Niemals, sagen sie und denken heimlich doch. Wieso nicht, fragst du dich, Es schickt sich nicht, reine seelen in sündigen Körpern Vergraben sich in ihrem Loch Angefeuert und bestärkt vom Drang nach Konformität Und sehen alles bejahende nur noch im Sinn der einzelnen Wörter Die so schmutzig klingen, wo sie doch so rein sind. Aber wenn sie wollen, was sie wollen, Maßkrug ahoi, Sehen sie das böse Schwarz in strahlenden Farben - Anziehend, ausziehend, einnehmend, ausnehmend… Und sie wollen dich nicht, und eigentlich so sehr Wenn sie, sind sie schlecht. Wenn nicht, erstrecht. Lebansplan im Voraus, du hast nur einen Zweck. Einen Tag frei sein - und doch nach Stundenplan. Sie lieben dich. Aber sie geben es nicht zu. Denn die Liebe zu lieben Schickt sich nicht.
Sommer, Sonne, Sexismus
Die Praktikumswoche in den zehnten Klassen: Ein Erinnerungsgewicht für die, die langsam beginnen auf den Akademikerwolken zu schweben und sich ihrer Sterblichkeit gegenüber im unklaren aufhalten, kurz gesagt ein Muss für jeden aufstrebenden Gymnasiasten. Die Grundidee eines Praktikums ist es trotz alledem, Schüler*innen einen kleinen Einblick in die Berufswelt zu gewähren. So kann der allseitsbeliebte Kindermagnet im Kindergarten seine verspielte Seite ausleben beziehungsweise feststellen, dass er doch keine hat, während der lieblich-rustikale Handwerksbegabte einem Schreiner auf Schritt und Tritt folgen darf – nicht jedoch an unserer Schule, da dies den Fachleiter*innen der Fachschaft Wirtschaft weit zu sinnvoll erschien. An unserer Schule kam die unglaublich bewanderte Idee auf, die Interessenfelder geschlechtsbedingt einzuteilen und so die Girls/Boys-Week ins Leben zu rufen. Um das Prinzip einmal kurz wiederzugeben, werden die Schülerinnen (also laut dem unglaublich progressiven Formular nur Zys-Frauen) in technisch beziehungsweise naturwissenschaftlich ausgerichtete Berufe gestopft, die Schüler ( siehe oben, nur Zys-Männer) in Soziale. So geschah es auch, und die Schüler*innen schleppten sich in brütender Hitze zu ihren oftmals unpassenden Tätigkeiten, um Fakten und Fähigkeiten zu erlernen, die ihnen nicht nur in so grotesk vielen Fällen niemals irgendetwas bringen würden, sondern zudem oftmals in absolut mysogonistischem Klima vermittelt wurden. Anonyme Informationen berichten, dass in gewissen Betrieben Kläpse auf gewisse markante körperstellen der Praktikantin keine Seltenheit waren, Objektifizierung kein Einzelfall. Das Konzept ist an sich ist entgegen des Scheins pseudo-emanzipatorisch und repressiv. Es wird bedingungslos davon ausgegangen, dass Mädchen sich für soziale Berufe zu interessieren haben und Jungen dementsprechend für technische, somit werden traditionelle Geschlechterklischees aufrecht erhalten und durch den Zwangsfaktor nur verstärkt und als Nebenfaktor Menschen aufgrund primärer Geschlechtsorgane in Schubladen gesteckt, die schlichtweg nicht zu existieren haben, da dies eine Ausgrenzung für Inter- und Transsexuelle bedeutet beziehungsweise alle, die nicht in den Schranken der Anatomie denken. Außerdem wird in diesem ach so feministischen Projekt davon ausgegangen, dass es so sein muss, dass, wenn eine weibliche Person, in den Augen der Veranstalter*innen, aus diesem Schema auszubrechen versucht, Beschlüsse und zwanghafte Hilfestellungen der patriarchalen Gesellschaft notwendig sind und dies nicht von allein, aus freier Entscheidung, geschehen kann. Das alles sind schlichtweg typisch antifeministische Gedanken, denn der Feminismus in seiner Grundidee ist die radikale Ansicht, dass jedes Individuum sein kann, was es will, ohne durch sein angeborenes anatomisches Geschlecht gehindert zu werden. Was nun, wenn eine weiblich sozialisierte Person tatsächlich und aus freiem Willen ein Praktikum als Krankenpflegerin machen möchte? Ihr Wunsch wird durch dieses System zur konterrevolutionären Zelle, ebenso ergeht es jedem männlich sozialisierten Wesen, dass nicht aus männlich-mackerhaften Beweggründen zum Hammer greift, sondern weil es ihm Spaß macht und liegt. Im Grunde genommen ist es höchst lobenswert, Mädchen und jungen die Attraktivität anderer Berufsfelder zu zeigen, um ihnen so ein breiteres Spektrum an Auswahlmöglichkeiten für ihre zukünftige Profession zu bieten, nur ist es völliger Schwachsinn, sie in Schubladen zu stecken und sie so nach den auf ihr Konstrukt passenden Klischees ihrer Entscheidungsfreiheit zu berauben. Solche Fälle sind jedoch an unserer Schule nicht auf die Praktika beschränkt, sondern setzen sich fort am Girlsday, und prinzipiell jedes mal, wenn es heisst, dass sich einmal zwei kräftige Jungs melden sollen, die den Bibelkoffer heruntertragen. Und wisst ihr, was die Krönung des Ganzen ist? Die Kleiderordnung. Wenn sich die männlichen Wesen dieser Schule nicht mehr konzentrieren können und unkontrolliert zu sabbern anfangen sobald sie eine weibliche Schulter sehen, dann liegt dass sicher nicht an dem Mädchen, sich umzuziehen, sondern an dem Schüler oder Lehrer, nicht jeden fucking Teil des Körpers überzusexualisieren.
Unüberwindbare Worte
Die letzten Tage und Wochen haben mir wieder vor Augen geführt, wieso ich dereinst mit dem Schreiben begann. Nicht die schiere Mitteilungswut brachte mich auf den Weg der kullibeschmierten Hände und kaffeereichen Tastaturnächte, nicht der Drang nach Aufmerksamkeit oder Anerkennung, sondern nur der Wille, etwas zu ändern, das Bestreben, alle mir möglichen Mittel zu nutzen, die Welt nicht aufzugeben, sondern neu zu errichten. Und natürlich hat die Begründung des pubertären Fast- Rebellin einen stark verromantisierten Zug, der die noch nicht einmal ausgeführten Handlungen bereits bar ihrer etwaigen Folgen glorifiziert, natürlich klingt sie beinahe als gebe es einen Wunsch nach Missständen, nur um diese dann auch bekämpfen zu können, doch die Frage bleibt, sind wir sicher, dass es nicht so ist? Das geschriebene Wort, jeder einzelne Tintenstrich, ist mächtiger und viel beständiger als die Welt als solche, da es immer, wie Wasser, geleitet von der Hand des Autors, geradewegs aus den Gedanken fließt. Und was ist echter als Gedanken? Die Existenz der Welt als solche ist theoretisch sehr leicht zu negieren, weil es keinen prüfbaren Beweis gibt, dass sie mehr als eine Projektion des eigenen Kopfes ist; somit sind auch Mitmenschen, Freunde eher relativ. Um jedoch entweder diese Projektion oder aber die tatsächliche Welt zu erschaffen beziehungsweise zu erfassen, muss es so sein, dass -rational nachweisbar- Gedanken existieren. Ob diese frei sind oder nicht, geleitet, destiniert, individuell etc., ist vorerst nebensächlich, sie existieren schlicht. In einem Weltbild, in dem die Gedanken irreal wären, wäre dieser Satz irreal, denn er muss schlicht und ergreifend irgendwo existiert haben, bevor er auf eurem Bildschirm aufleuchtete, es entsteht schließlich nichts aus nichts. Somit ist das geschriebene Wort der Nachweis für Gedanken, und diese in unserer Welt noch zu pflegen, diese in unserer Welt noch als solche zu schätzen, ändert nicht allein dieser eine, aus dem Takt marschierende Soldat unter Millionen eine Kleinigkeit? Er stört das Gesamtbild, stört die Perfektion, die totale Übereinstimmung, ja vielleicht verwirrt er einen nahe gelegen Laufenden, der stolpert, eine andere Person mit zu Boden reißt, die wiederum laut schreit, es drehen sich andere um, der unendliche Zug kommt ins Stocken bis er schließlich komplett stillstehend im Chaos versinkt, beziehungsweise in Ordnung. Denn wir Menschen definieren auch das Chaos falsch, so wie wir beinahe alles falsch definieren. Chaos bezeichnet eine gewisse Unstrukturiertheit, die Abwesenheit eines definierbaren Systems in der Aneinanderreihung von Gegenständen, Eriegnissen oder Reaktionen, doch de facto kann Chaos erst durch einen Betrachter entstehen, der es so nennt, da vorher keinerlei Definiton vorhanden ist. Einige meiner Follower nennen beispielsweise in meiner Askbox meine Gedichte chaotisch, doch wenn ich erst sogenannte Ordnung schaffen würde, würde ich sie eigentlich verchaotisieren, denn die Ordnung ist doch offensichtlich der geordnete Verlauf der Dinge, der natürliche, der sinnvolle, der gewollte, und somit der bestehende, also in diesem Falle das als Chaos beschriebene. Es verhält sich auf ähnliche Weise mit der menschlichen Schönheitswahrnehmung, von der sich seit Jahrtausenden Philosophen zu kompliziertestem gedanklichen Matsch hinreißen lassen, während die einzige wirklich rationale Erklärung die wäre, dass ein Gegenstand oder Mensch, der völlig allein, gedanken- und zeitlos existierte, weder schön wäre, noch hässlich, ja nicht einmal groß oder klein, dick oder dünn. Erst in dem Moment, in dem sich ein Gedanke, ausgedrückt durch Schweigen, Wort oder Schrift, an dieses Sein richtet, also es selbst oder durch andere für sich selbst das relative Adjektiv der Schönheit verwendet, definiert es sich auch so. Allerdings nur, wenn die Relativität tatsächlich gegeben ist, denn es muss einen Vergleich geben. Wenn wir zu unseren Liebsten sagen: “Du bist wunderschön.”, meinen wir, dass er oder sie als schöner zu bezeichnen ist, als andere, dass der Vergleich seines oder ihres Gesichts mit einem beliebigen anderen ihr oder ihm zugunsten ausfallen würde. Ansonsten hätte man erneut nur einen Laut ohne Bedeutung in den Raum geworfen, da ein Verständnis der Schönheit nur bestehen kann, wenn es ein Verständnis von Hässlichkeit gibt und andersrum. Somit gibt es nichts Exaktes, das festzuhalten und zu beweisen ist, es gibt nicht die eine Schönheit, die eine Ordnung, ja meinetwegen den einen Gott (oder auch keinen), sondern eine Welt im Einklang mit milliarden Welten (wobei selbst die Annahme einer existenten Welt bereits meine persönliche Wahrheit wäre, oder aber eben ein Teil der allgemein anerkannten, nicht jedoch unbestritten die tatsächliche, zumindest nicht auf philosophisch nachprüfbarer Ebene), die ihre Definitionen und Reaktionen varriierend bestimmen, und letzendlich ist alles, was wir tun können, eine Messung der Übereinstimmungen durchzuführen - die immernoch nur eine mögliche Wahrheit, eben zusammengeführt aus den Einzelwahrheiten, angibt, die man dann aufzählt, Verfassung nennt und somit auf einen modernen dogmatischen Religionsstatus erhebt, solange es nicht gegeben ist, dass jene sich mit der variirenden Allgemeinheit, also beispielsweise einer neuen genealogischen Generation oder einem neuen Einfluss, ändern lassen kann. So können wir uns nichteinmal unserer Worte sicher sein, denn sie sind auslegbar, menschengemacht und diskutabel, da es nicht den einen vorgeschriebenen Weg ihrer Interpretation gibt, doch eines können wir, nämlich immernoch sicher sein, dass wir denken, verstandsfähig sind, da es ansonsten weder die Niederschrift der Worte gebe, noch die Worte selbst, welche wie soeben impliziert nicht mehr sind als ein Abbild der Gedanken sowie ein Mittel, diese mehr oder weniger verständlich zu teilen oder dem eigenen Wahrheitsvorschlag eine Stimme zu geben. Um nun einen Haken zurück zur Einleitung zu schlagen, welche angesichts der darauf folgenden Ausführungen sicherlich etwas deplatziert wirkt: Genau genommen hatte ich damals in gewisser Weise recht - nur habe ich stark untertrieben. Das geschriebene Wort ist nicht eine der funktionsfähigen Möglichkeiten zur Verwirklichung der Alternativen die ich damals wie heute vor dem inneren Auge sah, sondern die einzige. Schlichte Töne verschwinden mit ihren Schallwellen, somit sind Reden vergänglich, so polarisierend sie sein mögen, denn auch sie sind nicht greifbar im Sinne der zupackenden Menschenhand, ein Zeitungsartikel, ein Roman oder eine hingekritzelte Notiz schon. Es hätte sich zum Beispiel niemand einen Pfifferling um Cicero geschert, hätte dieser keine Mitschriften geführt, die letzendlich zur Prägung und Lebensberechtigung einer Sprache und rückgreifend einer Epoche beitrugen. Folglich wird ein mündlicher Diskussionseinwurf die Welt nicht ändern, derselbe Spruch auf einer Wand wird zur Demoparole, derselbe Gedanke in einem Essay zur Alternative, und das mit dem endlichen Denken einhergehende Verständnis zur Verschiebung der Gesamtwahrheit und ihrer Gründe nach dem Lesen vielleicht nicht zum Normalzustand, doch leitet es diesen Stück für Stück ein. Man kann die Welt nur ändern, wenn man ihre Gedanken ändert. Denn ob sie nun existiert oder nicht, ob ich sie mir einbilde, zusammenreime oder ob sie tatsächlich wahrhaft ist einmal außer Acht gelassen: Sie gefällt mir nicht, und ich bin nicht alleine mit dieser Ansicht.
Strahlende Momente
Deutsche Kernkraftwerke seien sicher - und nicht nur das, sie gingen sogar über internationale Standarts hinaus, liest man immer wieder. Zu diesem Ergebnis kommen nicht nur deutsche Kontroll- und Aufsichtsgremien, sonder auch die IAEA - das jedenfalls behauptet das deutsche Atomforum, per definitionem die Atomlobby aus Unternehmen und Organisationen, Zulieferern und Forschungsinstituten der Kernenergie. Was also will man von einer solchen Organisation erwarten, die die die Interessen der Kernenergie vertritt? Aufklärung? Kritik? Zweifel? Warum sollte das Atomforum gegen die eigenen Interessen arbeiten? Warum sich selbst den Ast absägen, auf dem es sitzt? Auf weitere hunderte strahlende Momente der deutschen Atompolitik. Jährlich werden hunderte Störfalle in deutschen Kernkraftwerken gemeldet. Werden sich auch noch von Restrisiko, dem Rest eines Risikos, dem Unsicheren im Sicheren, sprechen, wenn Gundremmingen das eigene Machtgebiet sowie sämtliche Nachbarländer unter einer Wolke des Todes begräbt? Nein. Dann werden die Opportunisten eine andere Politik verkaufen, und wir werden erneut glauben gemacht, niemand hätte je etwas davon gewusst. Oder davon wissen wollen. Vom Restrisiko. Philipsburg versinkt im Oberrheingraben - zwar nciht schnell, aber schnell genug. Da das Verschwinden des Kraftwerks in einem sich plötzlich auftuenden Erdloch trotz der seismischen Aktivitäten dieser Region eher unwahrscheinlich bleibt, werden wir mit den Konsequenzen des fragwürdigen Bauplatzes leben müssen: Risse im Baugerüst. Auch Biblis befindet sich nicht unbedingt auf sicherem Terrain. Ein inaktiver Vulkan in der Nachbarschaft zeugt nicht unbedingt von absoluter Sicherheit, sondern von überzogenem Alkoholkonsum im Planungsunternehmen. Denn wie lange dieser Vulkan noch inaktiv bleiben wird, ist unklar. Wenn das kein gesundes Maß an Verstand war, jahrtausende lang strahlendes Material an derartigen Orten anzureichern, dann weiß ich es auch nicht. Eigentlich weiß niemand außerhalb des innersten Vertrauenskreises der Regierung tatsächlich, wie ernst die Lage mancherorts ist. In Brunsbüttel beispielsweise gebären Mütter fröhlich krebskranke Krabbler, während hinter verschlossenen Türen und unter dem Siegel des Schweigens Akten zur Freisetzung radioaktiven Materials im Grundwasser in den Archiven verstauben. Top secret, versteht sich. Die Atompolitik darf nicht gefährdet werden. Doch wollen wir es überhaupt wissen? In der Stilistik eines Kleinkindes, welches mit den Händen vor den Augen die Inxistenz der Außenwelt statuiert, stört sich der Bürger bzw die Bürgerin nicht an der anstehenden Apokalypse - hypnotisiert vom nichtssagenden Geschwafel derer, die an die Front der Medien geschickt wurden, wo sie ein GEfühl der Geborgenheit heraufbeschwören. Ruhe bewahren - Dann werden ihre Kinder eben wortwörtlich grün vor Neid, wenn das Nachbarskind ein neues Fahrrad bekommt. Außerdem sind die deutschen Reaktoren sowieso unfehlbar. Achja? Fukushima war einer der sichersten Reaktoren der Welt, hochtechnisiert, nur gibt es andere Faktoren, da die Gebäude der umstrittenen Energiegewinnungsanlagen nicht in einem Vakuum aus Raum und Zeit festgehalten werden, sondern dieselbe teils unberechenbare Erde bevölkern wie wir. "Errare humanum est - Irren ist menschlich." - das sagte schon Ovid. Heute wird jedoch die gesamte Weltbevölkerung unter Lebensgefahr gesetzt, mit der Legitimierung, dass von Menschen gemachte Maschinen nicht irren. Nicht ausfallen. Unzerstörbar sind. Das Krypton unserer Zeit liegt wohl nciht in den Zellen der Superhelden, sondern im Beton der Atomkraftwerke. Eine bittere Wendung. Der Kindergarten dankt im Voraus.
Atompolitik
Fukushima, Tschernobyl er holt sich was er haben will Aufbau geht, der Abbau steht – Radioaktivität! Strahlt in allen Diskussionen: der Tod ist Redenschreiber der Fraktionen. Energieherstellung muss sich lohnen, Bombenbau bringt viel Gewinn, Gewinn macht letzendlich den einzigen Sinn. Und Menschen? Was machen Menschen? Lebend sind wir nur Gefahren. Atompolitik, für den Drittwagen der Kleinstadt während sich langsam die Strahlung anreichert. Atompolitik, sonst Windräder im Garten! Ich kann die Zukunft kaum erwarten!
Frieden, Freiheit und Äpfel
Äpfel sind bekanntlich Symbole der Revolution. In ihrer runden Ästhetik spielen sie auf den Kreis der Arbeiter an, welche sich im Sonnenlicht, von der reifen, vollen, sozialsmusfarbenen Frucht reflektiert, zu einem Mob vereinen. Außerdem sind Äpfel auch höchstgefährliche Waffen, die vor allem auf durch diese Mobs veranstalteten Demonstrationen kriegerischer Natur als weitgehend bekannte und funktionierende Methode gelten, friedliche Staatsdiener an ihrer gerechten Pflicht zu hindern. Nur gut, dass diese missverstandenen Hassobjekte der Extremisten präventiv zu handeln wissen und die Gefahr bereits Stunden vor der angekündigten Massenrandale ausmerzen. Steigt heutzutage beispielsweise ein potenzieller Demonstrant gegen die Sicherheitskonferenz am Münchner Bahnhof aus, wird er kontrolliert und etwaige Äpfel sofort konfisziert. Deeskalierungstaktik. Wer nichts isst, verhungert und randaliert nicht mehr.
Vielleicht müssen wir unsere Physikanekdoten erneuern. Vielleicht fiel auch Newton kein Apfel von einem Baum, sondern einer aus dem Fenster eines besetzen Hauses der 68'ger Generation auf den Kopf, wie wir wissen hat Newton zu dieser Zeit freiwillig bei der Polizei gejobbt, um seine Fallstudien zu finanzieren. Und ähnlich dämlich waren auch die Forderungen jener Generation. Frieden und Freiheit auf Kosten der Wirtschaft. Pff.
Schafft es nun ein Demonstrant trotz der fehlenden Nahrung unbeschadet und weitgehend unkontrolliert den Bahnhof zu verlassen und sich auf den Weg Richtung Versammlungsort Marienplatz zu machen, so verlässt der Schutz vor dem Terror von links die braven Bürger natürlich nicht. Auch ent-apfelte „Genossen“, wie sie sich nennen, stehen weiterhin unter Beobachtung der Adleraugen der ausführenden Gewalt unserer Exekutive, die sich de facto für den Moment des Einsatzes auch zur Judikative und gegebenenfalls zur Legislative erheben, sofern die Situation es denn notwendig macht. Was haben wir nicht alles aus Weimar gelernt! Nicht, dass die Polizei nur bei der Übertretung geltender Gesetze eingreift, sie urteilt sofort über den Härtegrad des Vergehens und erfindet im Zweifelsfall einfach neue Gesetze! Das Konfiszieren von Äpflen ohne trifftigen Grund als Präventivmaßnahme zum Beispiel steht in keinem Gesetzbuch der Welt. Naja, zugegebenermaßen bin ich mir bei der bayrischen Verfassung nicht sicher, da diese doch sehr konfuse Passagen erhält. Ist das nicht trotzdem großartig? Wie viel parlamentarischen Kauderwelsch sie uns doch damit ersparen, welch Entlastung für das Budget der Bundesrepublik und somit für den hart arbeitenden Steuerzahler! Vive la gendarmerie d'Allemagne!
Von der weiten und großen Güte der Pozilisten, ähh Polizisten, ermöglicht, marschierte am Samstag, den 1. Februar eine Armee aus Pazifisten, Wehrdienstverweigerern und Leuten, die nicht die CSU wählten, apffellos los, um einen großen, unproduktiven Spaziergang durch die Innenstadt zu machen, rund um den Bayrischen Hof herum, in dem die Sicherheitskonferenz der NATO stattfand. „Sicherheit“ steht in diesem Falle für den Beschluss, dass mehr Soldaten Kriegssituationen nur beruhigen können. Ein schreckliches Schauspiel, es zeigte nur die Unkreativität und das Nichtverständnis derer, die dort für das Falsche Fuß vor Fuß setzen. Provokant, aggressiv, gar mit verängstigender Euphorie flatterte eine unübersehbare Welle aus rotem Stoff über der Prozession, und einer Sekte gleich wiederholten sie mit hypnotischem Eifer stumpfe Parolen, Glaubensbekenntnisse an ihren imaginären moralischen Hegemon, den Frieden. Ein reger Austausch der Partizipanten findet unter den wachsamen Augen und Ohren unserer Helfer statt, Flugblätter, Zeitungen, Tabak werden herumgereicht, als hätte man das gepriesene Privateigentum abgeschafft, was in dieser Subkultur der Fall zu sein scheint.
Eine Gesellschaft, die die Schlagworte des alten Bush's, Frieden und Freiheit, verinnerlicht hat und falsch interpretiert. Frieden, das ist in ihren Augen nicht die angestrebte Hegemonie einer Macht, wie es die USA anstrebte, um so die Möglichkeit eines Völkerkonflikts auszumertzen, sondern ein tolerantes Nebeneinander der Gesellschaft. Freiheit ist nicht die aufgezwungene Annahme des Welthegemons, sondern eine Unabhängigkeit der Entscheidung. Hirngespinste, Worte von Menschen, die denken statt glauben. Ich zählte mich zu ihnen. Ich schwenkte provokant, aggressiv, gar mit verängstigender Euphorie eine rote Fahne, und ich statuierte in monotonem Geschrei, gleichklingend mit hunderten, vielleicht tausenden anderer Kehlen Parolen auf die offenbare Falschinterpretation moralischer Werte, auf Menschenleben vor Wirtschaftsinteressen. Und ich verhungerte nicht, auch nicht ohne den Apfel, den ich mir verschlafen in die Tasche packte, als ich mich morgens mit dem Zug auf den Weg Richtung München machte. Mich nennen sie sogar Genosse. Ich bin das, wovor euch die Fernsehprediger und Bildzeitungsredakteure warnen. Mütter, bringt eure Kinder in Sicherheit, damit die nicht in die ausgelegten Fischernetze der Pazifisten geschwemmtwerden. Was bleibt zum Schluss zu sagen? Wir wurden mehrmals angehalten, da irgendwer der 3000 wirklich friedlich Demonstrierenden einen Fuß auf den Gehweg setzte, welcher zu beiden Seiten gepflastert war mit Polizeischlagstöcken. Ein Großteil derer, mit denen man sprach, wurde kontrolliert, obwohl wir unbewaffnet ebenjenen entgegenstanden, die bei einem tatsächlichen fliegenden Apfel 'deeskalierend' eingegriffen hätte. Deeskalationstaktik – Kaltes Wasser kollektiv in die Menge spritzen, um das Vergehen eines einzelnen zu bestrafen, wie dies zum Beispiel in Hamburg sehr wahrscheinlich der Fall gewesen ist. So etwas verstößt nebenbei bemerkt gegen solche Kleinigkeiten wie die Genfer Konventionen.
Nicht das Volk sollte vor dem Staat fürchten, sondern der Staat vor dem Volk. Das ist die Grundidee der Demokratie. Sind wir wirklich so demokratisch, wie es unsere Regierung arrogant in die Kameras strahlt?
Meinen Apfel habe ich übrigens nicht zurückbekommen, wie dies bei Konfiszierungen die Regel ist. Diese dreckigen Sozialisten haben mich enteignet.
Wandel
Vaterkomplex und Selbstunterschätzung Paranoia und Selbstverletzung Zwangsneurose und Schizophrenie Depression, manchmal Epilepsie Agressiver Verlust der Kontrolle Phobien vor Spinnen, selten vor Wolle Insomnie und Prokrastination Es lebe der Wandel dieser Nation! Morgens im Spiegel blicken uns an Müde Augen ohne Schimmer von Verstand Bist du anders im denken Kannst du es dir gleich schenken Keiner nimmt ernst, den mit Stempel auf der Stirn “Dieser Mensch hier tickt anders im Hirn!” Konformität ist die Gesundheit der Zeit Also sieh zu, dass dein eigener Kopf schweigt!
Un enfant, ce monstre que les adultes fabriquent avec leurs regrets.
Jean Paul Sartre
Extrait de "Les Mots"
Ode an euch Kapitalisten
Kauf mich! Kauf mich! Kauf mich! Bitte, Markt, gebrauch mich! Ich will auch nie mehr selber denken will dir meine Freiheit schenken! Ich will so gern regiert werden vom Geld, denn Geld ist wie man weiß das gerechteste auf der Welt. Man definiert Menschen schließlich einzig am Gewinn, nicht an Geist, Verstand, Charakter oder Sinn! Was wollen wir mit all diesen Unproduktiven, diesen Dichtern, Denkern, politisch Aktiven, die alles bemäkeln, was wir uns verdienen, durch die Arbeit anderer, der wir uns bedienen. Es ist doch egal, wenn der Arbeiter stirbt, Unersetzbarkeit wäre was den Betrieb verdirbt. Wir haben das Recht, eine Mauer zu bauen, die uns von denen trennt, Mauern kann man vertrauen. Und wenn die Armen kein Brot mehr haben, dann können uns wir an dem ihren erlaben, können fressen und fressen, dass wir nichts mehr sehen, dass wir sehr, sehr nah am Abgrund stehen, dass sich unsere Welt schon von selbst abschafft, dass dieser Vorgang auch ohne Demos niemals erschlafft, dass die Wunder, die wir uns aus die versprachen, auch nicht mehr sind als Güter und Sachen, die im Zweifelsfall keiner braucht. Fürchtet die Hungrigen, nicht den Hunger als solches, fürchte dich vor der Rache des obdachlosen Strolches, denn selbst wenn nicht heut oder gleich oder morgen, selbst wenn ihr es vor lauter fressen nicht seht: irgendwann kommt der Tag, an dem sie euch nicht mehr versorgen. Fürchtet euch nicht! Es wird schnell gehen. Die Revolution spuckt ihre Kinder wieder aus, stattdessen kann sie euch nicht mehr widerstehen.
In diesem Sinne frohe Weihnachten, ihr Pisser. Gott schütze euch.