Regional & Saisonal Essen
In letzter Zeit ist mir immer klarer geworden, wie groΓ unser ΓΆkologischer FuΓabdruck allein durch unsere Essgewohnheiten ist: unsere alltΓ€glichen Lebensmittel legen im besten Fall den Weg durch halb Europa zurΓΌck, im schlimmsten Fall fliegen sie einmal im die Welt.
Es fing damit an, dass mein bester Freund mich jedes Mal schimpfte, wenn ich nur in Richtung Avocado im Supermarkt schielte. Avocado verbrauche zuviel Wasser in LΓ€ndern, in denen Wasser Mangelware ist, ich solle auf lokale Produkte zurΓΌckgreifen. Problem: ich LIEBE Avocado. Und die gesunden Fette darin. Ist die Avocado als Vegetarier ein unverzichtbares Lebensmittel? In veganen KochbΓΌchern zumindest findet man sie zuhauf. Avocado hier, Avocado da, die Heilbringerin der veganen ErnΓ€hrung. Allerdings wurde sie in den letzten Jahren in der Presse, eben wegen dem hohen Wasserverbrauch, verteufelt. Frage: darf ich als Vegetarier, da ich sowieso meinen ΓΆkologischen FuΓabdruck schon relativ gering halte, auf nicht nachhaltige Obst- und GemΓΌsesorten zurΓΌckgreifen? Brauchen wir denn die Gojibeeren, Mangos, Ingwerwurzeln und Matchatees alle unbedingt? Oder sollte ich nicht versuchen als Mensch auf diesem Planeten meinen Schaden so gering wie mΓΆglich zu halten und ein mΓΆglichst nachhaltiges Leben zumindest ausprobieren?
Anfangs kaufte ich heimlich und trotzig weiter Avocados. Sie schmeckten einfach zu gut, sind zu praktisch und ich verzichte doch schon sowieso auf so viel.
Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen, als ich im Supermarkt sah, dass mein Lieblingsapfel Pink Lady aus Neuseeland eingeflogen kommt.
Jahrelang kaufte ich ein regional leicht verfΓΌgbares Produkt so ein, dass es einmal um die halbe Weltkugel geflogen war anstatt auf die lokalen Apfelsorten zurΓΌck zu greifen. Der Grund dafΓΌr: der Geschmack, die Sorte ZΓΌchtung schmeckt mir einfach am Besten. Irgendwie machte mich das wΓΌtend. WΓΌtend auf die Lebensmittelindustrie, die uns so selbstverstΓ€ndlich alles einmal um die Welt fliegt, wΓΌtend auf meine eigene Ignoranz und wΓΌtend auf die SupermΓ€rkte, die diese Lebensmittel anbieten und die Presse/Internet, die uns exotische Superfoods verkaufen.
Also starte ich ein Experiment. So lokal wie mΓΆglich, so saisonal wie mΓΆglich, so regional wie mΓΆglich. Mal gucken wie weit ich komme, mal gucken wie lange ich durchhalte.














