Marx beginnt sein Hauptwerk ›Das Kapital‹ mit drei großen und wichtigen Begriffen: Gebrauchswert, Tauschwert und Wert. Wir gehen im heutigen Post darauf ein, was hinter den Begriffen steckt und wie sie zusammenhängen.

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Marx beginnt sein Hauptwerk ›Das Kapital‹ mit drei großen und wichtigen Begriffen: Gebrauchswert, Tauschwert und Wert. Wir gehen im heutigen Post darauf ein, was hinter den Begriffen steckt und wie sie zusammenhängen.
Wann immer heute Musik erklingt, zeichnet sie in den bestimmtesten Linien die Widersprüche und Brüche ab, welche die gegenwärtige Gesellschaft durchfurchen und ist zugleich durch den tiefsten Bruch von eben der Gesellschaft abgetrennt, die sie selber samt ihren Brüchen produziert, ohne doch mehr als Abhub und Trümmer der Musik aufnehmen zu können. Die Rolle der Musik im gesell-schaftlichen Prozeß ist ausschließend die der Ware; ihr Wert der des Marktes. Sie dient nicht mehr dem unmittelbaren Bedürfnis und Gebrauch, sondern fügt sich mit allen anderen Gütern dem Zwang des Tausches um abstrakte Einheiten und ordnet mit ihrem Gebrauchswert, wo immer er übrig sein mag, dem Tauschzwang sich unter.
Theodor W. Adorno, GS 18, Musikalische Schriften V, Zur gesellschaftlichen Lage der Musik, I. Umriß, Produktion, S. 729, Ffm. 2003
Keine Duldung von Modernisierungsmaßnahmen bei fehlender konkreter Wohnwertverbesserung
1. In einem Ankündigungsschreiben zu Modernisierungsmaßnahmen ist es erforderlich, den gegenwärtigen und den durch die Modernisierung zu erreichenden Zustand einander gegenüberzustellen, damit der Mieter in die Lage versetzt wird, den beabsichtigten Modernisierungserfolg nachzuvollziehen, dass also etwa nachhaltig Energie/Wasser eingespart wird und dadurch der Gebrauchswert der Mietsache erhöht…
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Karl Marx | Das Kapital und die Ware
Karl Marx | Das Kapital und die Ware
Arbeitswertlehre Über Gebrauchswert und Tauschwert der Ware
Zum 50. Podcast-Jubiläum beschäftigen sich Wolfgang und Ole mit Karl Marx, genauer gesagt: mit seinem berühmten Hauptwerk „Das Kapital“.
Wohlstand für Alle
Podcast – Episode 50 vom 22.07.2020
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Jetzt ist uns fast unbemerkt auch schon der Begriff der „Ware“ über den Weg gelaufen. Und dieser ist sehr zentral, Karl Marx beginnt seine Untersuchung des Kapitalismus im Kapital mit der Feststellung, dass uns der Reichtum der kapitalistischen Gesellschaften als eine „ungeheure Warensammlung“ erscheint. Was ist eine solche Ware aber nun genau? Nehmen wir an, wir besitzen eine Packung Kaffee, dann haben wir im Prinzip zwei Möglichkeiten. Entweder wir machen uns selbst ein paar Tassen und trinken den Kaffee, oder wir tauschen den Kaffee gegen etwas anderes ein, zum Beispiel ein T-Shirt. Die Packung Kaffee kann also entweder gebraucht oder getauscht werden. Karl Marx würde sagen, dass diese Packung einen Gebrauchswert und einen Tauschwert besitzt. Die Gebrauchswerte der Waren sind hierbei von einer unterschiedlichen Qualität, mit einer Packung Kaffee kann ich mir Kaffee brühen, mit einem T-Shirt nicht, aber ich kann es mir anziehen.
Quellen: Marx, K.: Das Kapital; Harvey, D.: Marx‘ »Kapital« lesen; Cafiero, C.: Einführung in das »Kapital« von Marx
Tanzende Tische
"Eine Ware scheint auf den ersten Blick ein selbstverständliches, triviales Ding. Ihre Analyse ergibt, daß sie ein sehr vertracktes Ding ist, voll metaphysischer Spitzfindigkeit und theologischer Mucken. Soweit sie Gebrauchswert, ist nichts Mysteriöses an ihr, ob ich sie nun unter dem Gesichtspunkt betrachte, daß sie durch ihre Eigenschaften menschliche Bedürfnisse befriedigt oder diese Eigenschaften erst als Produkt menschlicher Arbeit erhält. Es ist sinnenklar, daß der Mensch durch seine Tätigkeit die Formen der Naturstoffe in einer ihm nützliche Weise verändert. Die Form des Holzes z.B. wird verändert, wenn man aus ihm einen Tisch macht. Nichtsdestoweniger bleibt der Tisch Holz, ein ordinäres sinnliches Ding. Aber sobald er als Ware auftritt, verwandelt er sich in ein sinnlich übersinnliches Ding. Er steht nicht nur mit seinen Füßen auf dem Boden, sondern er stellt sich allen andren Waren gegenüber auf den Kopf und entwickelt aus seinem Holzkopf Grillen, viel wunderlicher, als wenn er aus freien Stücken zu tanzen begänne."
Karl Marx
Das unschuldige Ding
Das unschuldige Ding Facetten und Tücken des Gebrauchswerts
"„Die kapitalistische Produktion ist – das weiß jedes Kind – darauf angewiesen, ihre Erzeugnisse abzustoßen. Sie hat dafür zu sorgen, dass diese verkauft und verbraucht, kurz: liquidiert werden. Liquidation, also der Ruin ihrer Produkte, ist das Ziel der Produktion. Wenn dieses Ziel nicht erreicht wird, wenn sich eine Menge unliquidierter Erzeugnisse aufstapelt, dann ist die Weiterproduktion, und damit auch der Profit, gefährdet. Aus diesem Grunde ist es die Aufgabe jeder Industrie, die Nachfrage und die Konsumsituation für ihre Produkte zu sichern und zu fördern, wenn nicht sogar herzustellen (…).“ (Günther Anders, Hiroshima ist überall. München 1982, S. 369-370) Anders fordert daher einen Streik gegen die Produkte (S. 383). Nicht nur die Arbeitslöhne und die Arbeitsbedingungen, auch die Arbeitsprodukte und letztlich die Arbeit selbst sind zu überwinden. Nicht für Arbeitsplätze gilt es zu demonstrieren, sondern gegen Arbeit und Arbeitszwang."
"Vergessen wir auch nicht: Stofflich gefährlich an den Produkten ist der Gebrauchswert, nicht der Tauschwert, auch wenn dieser das blinde Produzieren dimensioniert. Wir können heute nicht mehr einfach von der „Nützlichkeit eines Dings“ oder vom „stofflichen Inhalt des Reichtums“ (MEW 23, S. 50) sprechen, wo doch gerade der destruktive Charakter unzähliger Gebrauchswerte greifbar ist. Die Gebrauchswertstruktur der bürgerlichen Gesellschaft hat selbst zum Gegenstand der Kritik zu werden. Die ökologischen Bewegungen unterstreichen, unabhängig von ihrer Qualität, diese Virulenz. Gebrauchswertkritik ist mehr als ein Appendix der Kritik des Tauschwerts. Die Ware selbst steht zur Disposition, und mit ihr selbstverständlich ihr Gebrauchswert."
Der Gebrauchswert bei Karl Marx
Der Gebrauchswert bei Karl Marx* Eine Kritik der bisherigen Marx-Interpretation (1959) von Roman Rosdolsky