Loriot antwortet auf Habeck
ntwort von Loriot auf die Rede von Robert Habeck
Meine Damen und Herren, liebe Anwesende, liebe Freunde der gepflegten politischen Unterhaltung,
gerade eben haben wir eine Rede gehört, die uns eindrucksvoll vor Augen geführt hat, warum die deutsche Sprache so schön, so reich und – wie ich hinzufügen möchte – so dehnbar ist. Herr Habeck, Sie haben gesprochen von Flüssen, von Türen, von Funken, von Leuchttürmen. Sie haben so viele Bilder gemalt, dass ich mich gefragt habe, ob ich auf einem Parteitag oder in einer Ausstellung bin.
Sie sprachen davon, dass die Zukunft ein Geschenk sei. Nun, ich habe das Geschenk ausgepackt, und wissen Sie, was ich gefunden habe? Sehr viel Schleife, aber wenig Inhalt. Aber das ist ja das Schöne an Geschenken: Sie machen Freude, auch wenn man nicht so recht weiß, was man damit anfangen soll.
Nun aber zum Kern Ihrer Botschaft: Sie fordern Mut, Zusammenhalt und Zuversicht. Eine schöne Trias, die man fast auf jede Situation anwenden kann. Mut, wenn der Kühlschrank leer ist. Zusammenhalt, wenn man gemeinsam das Konto überzieht. Und Zuversicht, dass irgendwann wieder Gehalt eingeht. Kurz gesagt: ein Konzept, das universell einsetzbar ist, aber in der konkreten Anwendung manchmal … sagen wir mal … Herausforderungen bereitet.
Ich möchte Ihnen in einem Punkt widersprechen: Sie sagten, die Zukunft sei ein Fluss, den man lenken könne. Aber, Herr Habeck, Flüsse neigen dazu, sich nicht allzu gern lenken zu lassen. Sie fließen, wohin sie wollen, manchmal über die Ufer, manchmal mitten durch die gute Stube. Und wenn wir versuchen, sie allzu sehr zu kontrollieren, dann endet das meist in einer Katastrophe – ähnlich wie beim Versuch, einen Gartenschlauch zu bändigen, der unter vollem Druck steht.
Sie appellierten an die Hoffnung, die in uns allen schlummert. Das finde ich schön. Allerdings könnte es helfen, die Hoffnung gelegentlich mit etwas Konkretem zu füttern. Ein bisschen Planung hier, ein bisschen Pragmatismus da. Hoffnung allein, Herr Habeck, ist wie eine Diät aus Luft und Liebe – sehr romantisch, aber auf Dauer etwas unzureichend.
Und dann der Funke. Der Funke, der in diesem Raum überspringen soll. Ich muss gestehen, Herr Habeck, ich habe versucht, ihn zu fangen, aber er scheint gerade im Stau zu stehen – vermutlich irgendwo auf der A7 zwischen Kiel und Kassel. Vielleicht sollten wir für den Funken eine Wärmepumpe installieren, dann bleibt er wenigstens warm, während er auf seine große Chance wartet.
Abschließend, meine Damen und Herren: Herr Habeck hat recht, wenn er sagt, dass Zusammenhalt wichtig ist. Aber er hat auch gezeigt, dass es nicht schadet, diesen Zusammenhalt mit einem Plan zu untermauern, der über schöne Worte hinausgeht. Denn wie schon meine Großmutter immer sagte: „Mit Zusammenhalt allein kannst du kein Fahrrad reparieren.“
Herr Habeck, ich danke Ihnen für Ihre Rede. Sie war poetisch, inspirierend und ein wenig wie ein Möbelkatalog: Viel zum Anschauen, weniger zum Mitnehmen. Aber immerhin: Wir haben etwas, worüber wir nachdenken können. Und das ist doch auch schon etwas.
Vielen Dank.













