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@aboyandhistree
Der Moment
Wenn am Abend so langsam Ruhe in unsere Wohnung eintritt kommt immer ein besonderer Moment für mich. Gemeinsam mit meinem vierjährigen Sohn lege ich mich aufs Sofa, ins Familienbett oder in seine Kuschelecke. Oftmals umringt von einem Stapelbücher, der so manche Kinderbliothek vor Neid erblassen würde. Viele seiner Bücher sind schon so abgegriffen, das man ihnen die Zuneigung, die unser Sohn seinen Büchern entgegenbringt, schon förmlich zu einem sinnlich erfahrbaren Fest wird.
Wir lesen in ihnen, spielen „Ich sehe was, was du nicht siehst“ und/oder verlieren uns in ferne Länder. Manchmal segeln wir aber auch mit kleinen Abenteuern zu fremden Inseln voll mit wilden Kerlen und heulen dann mit genau diesen den Mond an. Er kennt all ihre Geschichten wesendlich genauer als ich sie je vorlesen könnte und ermahnt mich bei jeder freien Interpretation wenn ich den Kampf mit der eigenen Müdigkeit ausfechte. Manchmal verliere ich genau diesen Kampf noch vor ihm und seine Mama muss dann meine Schildmaid sein und den Kampf weiter austragen.
Der schönste Moment kommt aber oft nur einen kurzen Augenblick später. Genau zu dem Zeitpunkt, wenn keine Nachfragen mehr gestellt werden und die Decke um uns sich nicht mehr rührt. Sein Atem nimmt dann eine langsamere Geschwindigkeit an. Als würde die Zeit kurz innehalten und die Zeiger werden durch einen Fehler im Uhrwerk für einen kleinen Moment zurückgesetzt um dann dort zu verweilen. Während er dort liegt und die Schwelle ins Traumland überschritten hat verweile ich in diesem Augenblick voller Demut. Er liegt dort und zeigt mir seine ganze Verwundbarkeit, sein Vertrauen in das Leben und in uns.
Dann kommt dieser eine Moment in dem die Last des Tages von dir fällt. Sie fällt leise zu Boden. Dort bleibt sie einfach liegen. Es ist ja auch egal. Es kommt keiner der über sie fallen könnte oder gar über sie steigen müsste. Da keiner da ist in diesem Raum. Deine Reise begann als Du den Kopfhörer aufgesetzt hast und auf das hinter Glas leuchtende Dreieck tippst. Deine Reise startet auf dem Sofa, auf der Bank in der U-Bahn oder wo immer Du gerade die Nacht verbringst. Entlang der Hochhäuser, empor zur Dunkelheit begibst Du dich in Richtung Schwerelosigkeit. Und deine Reise endet irgendwo im Nirgendwo. Der Bergsee leuchtet grünblau vom Polarleuchten über Dir. Und Du bist angekommen an einem Ort dessen Ursprung nur dir bekannt ist.
Als die Traurigkeit in unsere 4 Wände kam
Just in diesem Moment wurde gerade ein Artikel von mir auf dem Papperlapapp – Blog von Max veröffentlicht. Mein Vater ist vor einem halben Jahr verstorben und riss ein ziemlich großes Loch in mein bzw. das Leben meiner Familie. Neben meiner eigenen Trauer galt es aber auch meinem Sohn und meiner Frau einen Raum für die eigene Trauer anzubieten. Zusätzlich befanden wir uns gerade im Wochenbett Nummer Zwei. Unsere Tochter wurde eine Woche vor dem Versterben meines Vaters geboren. Wer mag kann hier den Beitrag lesen
Sehr geehrter Herr M. ich habe heute an Sie gedacht. Das ist wohl kaum etwas Verwerfliches oder gar Anstößiges. Es sind halt nur Gedanken. Ausgangslage für solch einen Umstand war der Regen an meinem Fenster. Ich musste in diesem Zusammenhang an ihren jungen Kafka Tamura denken. Bitte grüßen Sie ihn von mir wo immer er gerade ist. Ich habe ihre letzte Arbeit vor einigen Tagen in einem Bücherladen gesehen. Aber ich greife voraus. Eigentlich kennen wir uns ja nicht. Sie mich nicht und ich nur einen Teil ihrer Arbeit. Ich sollte aus diesem Grund wohl mal Ihren nächsten Roman angehen. Oder doch lieber einen alten? Vielleicht den Aufziehvogel? Ob es die aktuelle Veröffentlichung wird oder etwas Alteres seien wird, wird sich zeigen. So lange ich nicht beim Besuch der nahen Bibliothek auf den Schafsmann treffe.
Auch wenn ich mich wiederhole. Bitte grüßen Sie mir den Kafka. Ich glaube er braucht den Gedanken, dass jemand an ihn denkt.
P.
Es dürfte bekannt sein, das wir alle älter werden. Aufzuhalten ist dieser Umstand wohl kaum. Vor einigen Tagen ist mir dieser Umstand mal wieder aufgefallen. Glücklicherweise musste ich dafür nicht zum Arzt oder spürte ähnliches Gebrechen. Tumblr schenkte mir diesen Umstand. Dort hoste ich einen weiteren Blog. Durch einen Zufall habe ich dort einen alten Bekannten bzw. dessen Blog gefunden.
Beim Stöbern in seinem Archiv ist mit mir aufgefallen wie sehr er sich in den letzten Jahren eigentlich nicht verändert hat. Ob ich das jetzt positiv oder negativ bewerten will soll jetzt nicht geklärt werden. Eine Tendenz dürfte aber zu erkennen sein. In diesem Zusammenhang ist mir aufgefallen bzw. ist mir die Fragen aufgekommen wann ich oder er eine andere Abzweigung gegangen bin bzw. er sie genommen hat. Ich find sehr beeindruckend, wenn sich Menschen über Jahre mit einem Thema beschäftigen können. Wenn sie dann ihr Hobby für den Sicherung ihres Lebensunterhalt ausbauen können ziehe ich gerne meinen Hut. Aber mit Mitte dreizig noch an einem Typus festzukrallen bzw. ihn zu verkörpern der selbst bei halb zu alten Teenagern eher anstrengend wirkt löst in mir dann noch das was landläufig als Fremdschämen durchgeht aus.
Ähnliche Geschichte. Anderer Protagonist. Ich war heute morgen mit dem Kurzen beim Bäcker. Etwas was wohl genug Menschen jeden Sonntag machen bzw. schaffen. Da in unserer Stadt die Auswahl an Bäckereien die sonntags Morgens geöffnet haben dann doch eher gering ist gibt man sich dort dann schnell die Klinke in die Hand. Die besagte Bäckerei befindet sich “verkehrsgünstig” gelegen” an der größten Kreuzung in der Innenstadt. Vor dieser Bäckerei befinden sich mehrere Busspuren, die auch Sonntagmorgens bedient werden. Dort sammeln sich dann auch gerne allmöglichen Gestalten und Nachtschattengewächse, die sich auf dem Weg nach Hause sind oder andere Ziele ansteuern möchten. Unser Ziel war ja der Bäcker. Nach dem der Sohnemann den Entscheidungskampf zwischen Schoko- oder Rosienenbrötchen entschieden hatte ( “einfach beides Papa, ja?”) hörten wir von draußen ein selbstzufriedenes Öffnen einer Bierflasche. Untermalt mit einem Blick den ich hiermit gerne aus meinem Bilderspeicher abgeben möchte. Dort stand eine weitere, entfernte Person aus meiner Vergangenheit.So entfernt, dass ich selbst nicht mehr den Namen weiß. Da er mich aber sofort erkannt hat war mir schnell klar da er selbst peinlich berührt auf vollgespuckten Boden nun blickte. Klar, wäre es jetzt vermessen dadrüber zu urteilen was ihn dazu getrieben hat morgens um 9 sein letztes oder erstes Bier zu trinken. Ich weiß auch nicht ob er irgendwann einen Schicksalsschlag erlebt hat und diesen immer noch bearbeitet hat. Oder hat er nur einen Abend mit seinen Freunden zu lang gefeiert weil er selbst was positives erlebt hat und jetzt die Kurve nach Hause zu seiner Familie nicht bekommt?
Aber es sind halt meine Gedanken, die seid dem auf und abrennen. Ich bin dankbar, dass ich heute 2 wundervolle Kinder mit der perfekten Frau habe. Kinder und Frauen haben scheinbar eine merkwürdige Kraft. Die einen ziehen sie auf Bahnen die in Richtung Sonnenuntergang und Happy End bringen und den anderen können diese Dinge aber auch aus genau diesen geregelten Bahnen werfen.
Wie durch einen anderen Zufall flatterte gerade im Dashboard dieses hier rein. Glücklicherweise bin ich mit Vergangenheits-Dingen nicht allein.
Ein Stück vom Glück.
Durch einem Artikel von Johanna in ihrem Blog bin ich heute Morgen auf das Thema Schutzfaktoren für eine glückliche Kindheit gestoßen. In diesem Zusammenhang wird von unterschiedlichen Fachleuten immer wieder das Wort „Resilienz“ benutzt.
Wer den Rest lesen mag folgt dem weißen Rauschen in meinen anderen Blog.
Wir schreiben unter Strom. Wir schreiben mit Strom auf der Netzhaut. Wir schreiben mit Hämmern, die am Trommelfall durch Strom im Takt schwingen. Wir schreiben während der Strom der Bilder alle Haare von einer Sekunde zur nächsten anhebt und wieder absenkt.
Fragmente des Nachmittags. Eindrücke im Sand. Sonne auf der Haut. Wir waren mal unterwegs und haben Rietberg bzw. das Landesgartenschaugelände dort unsicher gemacht. Bei den Temperaturen wäre es ja schon fast Körperverletzung im Haus zu bleiben. Für unseren Leichtsinn einfach mal abzuschalten bekamen wir aber auch bestes Herbstwetter, ja fast schon Sommerwetter präsentiert. Bei diesen Temperaturen fragt man sich ja zwangsläufig was man selbst für den Klimawandel beigetragen hat. Es ist schon einwenig befremdlich am 19.Oktober Kinder in Badehosen auf einem Wasserspielplatz spielen zu sehen.
Trotz Dunkelheit Zwei Lichter, blau Dazwischen Stille, voller Vertrauen
Sein Traummantra
Mama hat dich lieb.
...
Das Wolfsmädchen hat dich lieb.
...
Deine Omas haben Dich lieb.
...
Deine Opas haben Dich lieb.
...
Deine Onkels haben Dich lieb.
...
Deine Tante hat Dich lieb.
...
Deine Cousinen haben Dich lieb.
...
Du bist was besonderes.
...
Schön das es Dich gibt.
...
Ich bin stolz auf Dich.
...
Schlaf gut.
...
Ich liebe Dich.
Flippern
Eigentlich will ich mehr schreiben. Schreiben um des "Nicht-Vergessen" Willen. Schreiben um den "Vergessen-Können"-Willen. Dann aber kommt immer der Punkt, wo die Worte nicht die Gehirnwindungen verlassen und ewig hin und her schlagen wie eine Kugel im Flipper. Leider schafft der Flipper es dann die Kugel in Bewegung zu halten. Dabei warte der Typ hier an den Knöpfen nur dadrauf das die Kugel unten zwischen den beiden Hebeln im Inneren der Maschine verschwindet. Einfach loslassen klingt in esotherischen Büchern so leicht. Ist es aber nicht. Und dann zack Haut die Kugel wieder gegen die Hebel und wird ins Spiel geschossen. Im Spiel befinden sich im oberen Bereich die Bumber, die es auch nicht leichter machen die Kugel aus dem Spiel zu nehmen. Hin und her. Kreuzundquer fliegt die Kugel durch die Halle und sammelt immer mehr Punkte ein. Was man sich von diesen Punkten erhoffen kann verrät die Highsore leider nicht. Nur nicht oben stehen. Einfach verlieren und aus dem Krach der Spielhöhle aussteigen. Zurück auf die Strasse. Zurück in den Alltag. Zurück zu den anderen.
Blicke in den Hyperraum KW41
In den letzten Wochen seid dem mein Spotify Account auf Eis liegt höre ich immer mehr Podcasts. In diesem Zusammenhang bin ich im Frühling dieses Jahres auch auf den Wasserdrachen Podcast gestoßen. Branko, der ein ziemlich netter Typ ist, erkundet mit den Wasserdrachen meine Heimatstadt Paderborn. Selbst für mich als Paderborner lerne ich immer noch eine Menge über die Orte, die ich tagtäglich sehe bzw. an ihnen vorbei komme. Am besten mal reinhören.
Den Denkblasen-Podcast von Branko kann ich euch auch empfehlen. Hier geht es um unterschiedliche Gedankenspielereien.
Seid Beginn meiner Fortbildung zum Berater vor knapp 2 Jahren spuckt immer wieder keine kleine Stimme in meinem Kopf herum die etwas von Selbstständigkeit mir flüstert. In diesen Zwiegesprächen mit der kleinen Stimme bin ich irgendwann auf das Thema Co-Working gestoßen. In Berlin gibt es bereits einen Co-Working-Space für psychosoziale Berufsgruppen. Zu finden ist MEEET natürlich im Netz. Den Link könnte man aber auch hier finden. In diesem diesen Zusammenhang erklärt sich dann auch mein aktuelles Interesse an Barcamps. Diese Un-Konferenzen gibt es ja im klasschischen Sinne ohne Thema bzw. immer wieder auch themenbezogen. Eins was mich in diesem Zusammenhang mehr als reizt wäre das Open Tranzfer Camp in Frankfurt. Es findet Anfang November statt.
Passend dazu habe ich die Weltbeweger gefunden. Hier tummeln sich allerlei soziale Projekte, die mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Falls es aber nichts mit der Selbstständigkeit wird geben die selbsternannten Happy Working People von intrinsify.me 10 clevere Fragen für ein zukünftiges Bewerbungsgespräch um den Arbeitgeber besser kennen zu lernen. Ein Blick der sich lohnt.
Leere Luftballons
Die Luft ist raus. Wie so oft in den letzten Stunden, Tagen, Wochen. Ich bin müde. Müde von der Arbeit, vom Alltag, vom Streiten und von seinem Tod. Er ist einfach gegangen und hat noch nicht mal meiner Tochter "Hallo" gesagt. Sie ist kurz vor seinem Gehen gekommen. Vielleicht hat er bei ihrer Ankunft schon das letzte Hemd gepackt und wartete nur noch auf die Abfahrt. Gerne hätte ich sie ihn vorgestellt. Jetzt hat sie nur sein Grab bisher kennengelernt. Irgendwann werde ich ihr von ihm erzählen. Dann wird es bestimmt Fragen geben, dessen Antworten noch oben bei ihm in den Wolken sind. Ich weiß sie einfach noch nicht. Eins weiß ich aber. Leere Luftballons sind aber nicht nur luftleer. Sie sind die beste Möglichkeit neue Luft in sich auf zu saugen und damit etwas neues aufzupusten. Schön, dass ich an meiner Seite 3 lungenstarke Mitpuster habe.
Pausenbrot
Wenn das Wort "Wenn" nicht wäre. Wenn ich jetzt nicht krank wäre, wäre ich jetzt wohl auf der Arbeit. Bin ich aber nicht. Dafür bin ich krank. Wenn ich jetzt nicht auf der Arbeit wäre, wäre ich wohl mit den besten 102 cm im Park und würde der Kraft der Sonne trotzen und wir hätten ne Slackline gespannt. Haben wir aber nicht gemacht. Hab mich krank gemacht. Wenn ich jetzt nicht im Park wäre wäre ich wohl in der Arbeit. Bin ich aber nicht. Ich bin krank. Da beißt sich das Schicksal wohl selber in den Schwanz. Dafür habe ich jetzt eine Woche Pause. Nur wollte ich dieses Pausenbrot garnicht haben. Vielleicht kann ich es ja mit den anderen Kindern aufn Pausenhof tauschen.
„Was malst du?“, frage ich, nachdem ich eine Weile schweigend hinter ihm gestanden habe. „Es gibt da diesen Raum, der über allem steht. Über den Ängsten und Wünschen. Ich versuche mich an die Tapeten zu erinnern.“
22. Februar (via fremdegedanken)
Weißt du, was auf deinem T-Shirt steht?