Candy
Eine Butterdose voller süßer Spielereien für den Mund, in dem zerfließt, schmatzt und schmeckt es, gegen die Zähne klebt, knackt und knallt es.

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Candy
Eine Butterdose voller süßer Spielereien für den Mund, in dem zerfließt, schmatzt und schmeckt es, gegen die Zähne klebt, knackt und knallt es.
Congratulation!
Gratulation! Wir sind aufgelaufen, denn wir haben uns verlaufen. Wir haben vergessen, was unser Nutzen ist, drum leben wir stümperhaft zwischen hier und bald und bald nicht mehr.
Gratulation! Bald sind wir alt und haben nichts gekonnt, als zu suchen, zu suchen und findungslos zu bleiben.
Im Findungsprozess treiben wir lose umher. Wir sind schwerelos, aber auch antwortleer.
Wir sind alle (immer) nur auf der Durchreise.
Manchmal lohnt es sich, in der Kälte zu verweilen, um neue Wärme zu schenken.
Spiel des Lebens
Alles nur Spaß, alles nur Vergnügen und das Leben, das Leben ist ein Spiel.
Spielen wir ein wenig Leben und vergessen darüber, das Leben zu leben, um nicht aufzugeben. Betäuben wir die Sinne, um nicht hinzusehen. Hindern wir das Sehen. Sehen wir nichts außer uns. Nicht mal das! Wir sehen bei den ganzen Späßen und all dem Vergnügen und der ganzen Lust und all den schönen Freiheiten gar nichts, gar niemanden mehr, selbst das Ich bleibt auf der Strecke.
Ich habe keine Lust mehr am Spielen. Ich habe kein Vergnügen mehr an scheinheiligen Freiheiten. Ich habe keinen Appetit mehr auf verstellte Blicke, auf erprobte Maskeraden, auf das betäubte Dahin. Ich will Details! Ich will nicht mehr müßig sein! Ich will das Leben nicht weiter spielen. Ich wähle das schmerzhafte, wunderschöne und desillusionierte Leben!
Schnee im Sonnenlicht ist wie zerbrochenes Glas mit Lametta versetzt. Ein glitzerndes Meer aus Kristallen. Ein Spaziergang im Weiß.
Eine kurze Kurzgeschichte in besonderer Kürze
Besonders kurz!
Diese Geschichte ist besonders kurz. Kürzer als so manch andere Kurzgeschichte, weshalb die Geschichte, die eine Erzählung ist, mehr als alle anderen Kurzgeschichten die Bezeichnung „Kurzgeschichte“ verdient hat:
Ein Mann ging über die Straße. Loses Kupfer klingelte. Derselbe Mann ging erneut über die Straße und hielt eine Zeitung in der Hand. Eine Tür wurde aufgeschlossen und dieselbe wurde verschlossen. Eine weitere Tür, wohl eine Wohnungstür, ging auf und zu. Dann ein Stuhl, dann ein Rascheln, dann der Geruch von Tee und wieder der Stuhl. Der Mann saß, trank seinen Tee und blätterte gemütlich in der Morgenzeitung. Es war ein schöner arbeitsfreier Tag. Der Tag war ein Sonntag. Der Mann war ein Mann, der gerne Zeitung liest und Tee trinkt. Weiter geschah nichts Besonderes, aber manchmal reicht das auch schon aus … für einen Tag und für eine kurze Erzählung … in einer Sonntagszeitung.
Plötzlich
Plötzlich erlischt das Licht,
Tränen sieht man im Dunkeln nicht.
Plötzlich strömt der Regen auf die Erde,
Tränenberge lassen sich so verbergen.
Plötzlich gibt die Sehnsucht nach,
rauschend vergeht ein weiterer Tag.
Plötzlich siehst du mich,
im Regen stehen.
Plötzlich fühlt jemand meine Tränen,
ein neues Leben.
Tanz der Vögel
Vögel fliegen weit. Sie fliegen instinktiv und kontrolliert. Sie sind Meister der Lüfte, kennen den Wind und lieben die Sonne. Sie umkreisen einander, umschmeicheln ihre Gefieder, berühren sich sanft an den Flügeln, wie das kurze, vorsichtige, beinahe zufällige hoffende Berühren der Hände zweier Liebenden. Vögel leben über unseren Köpfen, was sie sich wohl denken, wenn sie auf uns herabschauen? Lieber Flügel zum Fliegen oder Hände zum Festhalten? Im Gleitflug im Geleitflug singend durch die Welt und dabei wissend immer alle Augenpaare auf sich gerichtet haben. Fliegendes, flatterndes Leben – frei und kurz und grenzenlos über Wolkendecken wie Bergketten.
Gegenstück – Kreiselscheißer
- Achtung düsterer Beigeschmack!
Scheiß Viecher, Ratten der Lüfte, die scheißen zu viel und die Scheiße streut wie der Schuss einer Schrotflinte auf unsere Köpfe, unsere Autos, in die Münder unserer Babys, wenn der Scheißvorhang des Kinderwagens nicht drüber ist, herab. Und dann, zu allem Überfluss, ziehen die gefiederten Dinger auch noch Kreise – verdammte Kreiselscheißer! Gift in ihre Nester! Und Schluss ist es mit dem sinnlosen Geflatter. Rein mit denen in die Turbinen unserer Flugzeuge und mit den Köpfen gegen Fensterscheiben und Rotorblätter. Knochenmehl und Vogelscheiße! Den Tod allen Kreiselscheißern.
Habt Ihr Euch schon einmal gefragt, ob das Nichts Geräusche machen kann? Genau diese Frage entstand, während ich mit meiner mir Angetrauten im Nichts zur Ruhe fand. Nach einer holprigen Fahrt durch ein auengleiches Land, gespickt mit stillen Seen und halb verlassenen Farmen, erreichten wir unser, im entlegensten Winkel der Welt gelegenes, Domizil. Indes durchzogen die Wolken in einem tiefen Bogen unser Tal und streiften liebkosend die Gebirgsketten. Einige trauten sich hinüber und streichelten rauschend erhöhte Punkte und einen gemütlich schimmernden und aus der Ferne hinab sinkenden Wasserfall. Grüne Felder und durchnässte Wiesen, einzelne blökende Schafe und springende Pferde, ein weit entfernter, arbeitender Traktor und der Wind waren unsere Gefährten. Hier war alles möglich, nichts unmöglich. Das Nichts scheint tatsächlich voller Klänge, im Kern nicht stimmlos zu sein. Es ist nicht feindlich gestimmt, sondern lächelt und lädt zum Sinnen ein. Klänge, Geräusche und die Elemente haben wieder einen Wert und fügen sich zusammen zum riesigsten Schauspiel einer Natur, die nicht hinkend, nicht zerstört, nicht kränkelnd nach einer Pause verlangt. Das Nichts und die Natur sind eins und leben hier wie nirgends sonst frei und ungestüm ihren Traum vom Leben, wie es ist und nicht bloß sein könnte. Sie sind. Alles versprüht einen tieferen Sinn. Unsere Wahrnehmung, so verkalkt, atmet frische Luft und kostet einzigartigen Trost. Nie zuvor habe ich sie derartig strahlen sehen. Niemals bis hier wusste ich, was wahre Wahrnehmung in der Lage ist zu erhaschen. Sie ist es, die verborgen, einen weiteren Sinn kreiert. Einen Sinn aller Sinne, abgeworfen sind die alten Pflaster und die Wunden heilen schneller als woanders. Bleiben und Verstehen, Schaffen und Entfrachten möchten wir und ewig hier.
Leoniden - Alone Nichts kann befriedigender sein, als mit sich allein zu sein. Nicht das manifestierte Negativum des...
Der Tau auf dem Rasen rinnt um Fassung, die Wolken ziehen unverblümt meilenweit, der Blick fassungslos herum fahrend, Tausende Blicke und immer wieder Neues, es gibt nichts Dauerhaftes zu erfassen, nur gelassen die Wandelbarkeit der Dinge durch sich hindurchfließen lassen.
Etwas. Da ist etwas. Etwas, getragen von der Luft. Etwas, das ich nicht fassen kann und doch, es ist fühlbar, spürbar da. Etwas wie etwas und mehr. Lass es alles sein und ich sage ja.
Abkehr (von), nicht Verkehr mit Süchten ist der Weg, Leidenschaften aus dem Staub zu lüften und falsche Spiegelungen als Verzerrungen des eigenen Selbst ungehindert zu demaskieren - die Illusion zu vernichten -, um Wahrhaftigkeit (-en) zu krönen. Lang lebe das Leben!
Prägend, erinnernd, aufweckend, stimulierend, faszinierend, ein Hauch von Vollständigkeit in einem Moment von Momenten, in einem...
Kümmerlich, beinahe stümperhaft, ernährt sich das Menschenkind von Fabeln und Phrasen über Glückseligkeit und Zufriedenheit, hat Gottheiten erschaffen und bricht sich dennoch gegenseitig weiterhin mit neuen Waffen das Genick. Was kann man schon tun? Wir lernen wegzusehen, anstatt hinzusehen. Wir bekommen in die Wiege gelegt, das Ferne ist fern, ein Wegsehen meint Wegschauen, heißt dogmatisch sich wegzudrehen und aus Selbstschutz präventiv zu ignorieren, was offenkundig, trotz all den Verrenkungen mit Hals und Herz, geschieht. Steckt im Wort Zufriedenheit nicht Frieden? Steckt in Glückseligkeit, keine Möglichkeit zum Seligsein? Neben doppeltem Glück auch noch Befreiung von allen Schwierigkeiten und Bedürfnissen? Ja, aber doch wohl erst nach dem Tod, schnippst die Religion mit Hohn. Leben heißt matern, bedeutet Leben auf dem zweiten Platz und zuvor Existenzsicherung, im Existenzminimum. Standards - Modewort und Inflation. Mir schwellt die Demonstration und möchte schreiend Sodom und Gomorra bellen, Abkehr von der Ablenkung verabschieden und endlich etwas tun. Bin jedoch zu verhaftet in meinem kuschligen Thron und schere mich lieber um den nächsten Karrieresprung.