Egal, welche Religion und Hautfarbe, Du siehst mit dem Herz ohne Ausnahme. Bist der Grund, warum ich mir die Welt so ausmale, Bist der Grund dafür, dass ich Menschen wieder vertraut habe.
Chefket - Wo du stehst
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Egal, welche Religion und Hautfarbe, Du siehst mit dem Herz ohne Ausnahme. Bist der Grund, warum ich mir die Welt so ausmale, Bist der Grund dafür, dass ich Menschen wieder vertraut habe.
Chefket - Wo du stehst
Ich sitze am Mittagstisch mit einigen Göttinger Doktoranden und Habilitanden. Einer berichtet, er habe in Jerusalem einen alten Ungarn kennengelernt, der sei in Auschwitz gefangen gewesen, und trotzdem, »im selben Atem« hätte der auf die Araber geschimpft, die seien alle schlechte Menschen. Wie kann einer, der in Auschwitz war, so reden? fragte der Deutsche. Ich hake ein, bemerke, vielleicht härter als nötig, was erwarte man denn, Auschwitz sei keine Lehranstalt für irgendetwas gewesen und schon gar nicht für Humanität und Toleranz. Von den KZs kam nichts Gutes, und ausgerechnet sittliche Läuterung erwarte er? Sie seien die allernutzlosesten Einrichtungen gewesen, das möge man festhalten, auch wenn man sonst nichts über sie wisse. Man gibt mir weder recht, noch widerspricht man mir.
Ruth Klüger, weiter leben. Eine Jugend (1992)
Becker: Vielleicht darf ich einmal eine ganz präzise Frage stellen: Neulich hat ein Politiker geäußert, die Vorfälle bei den Straßenauseinandersetzungen in Bremen um die Tariferhöhung der Verkehrsmittel seien ein Beweis für das Versagen der politischen Bildung, denn die Jugend habe in barbarischen Formen gegen eine öffentliche Maßnahme Stellung genommen, über deren Richtigkeit man verschiedener Ansicht sein könnte, die man aber nicht mit solchen, sagen wir mal ruhig barbarischen Demolierungen beantworten könnte. Adorno: Ich halte die Äußerungen, die sie zitieren, für eine abscheuliche Form von Demagogie. Wenn das Verhalten der Gymnasiasten in Bremen etwas beweist, dann gerade, daß bei ihnen der politische Unterricht doch nicht so erfolglos war, wie man immer behauptet; das heißt, daß diese Menschen die Spontaneität nicht sich haben austreiben lassen, daß sie nicht zu willfährigen Instrumenten einer nun einmal bestehenden Ordnung geworden sind. Die heute drohende Form der Barbarei ist gerade die, daß im Namen von Ordnung, im Namen von Autorität, im Namen etablierter Mächte eben Akte begangen werden, die ihrer eigenen Gestalt nach die Ungeformtheit, den Zerstörungstrieb und das verstümmelte Wesen der meisten Menschen bekunden. Becker: Wir müssen uns aber einmal in die Situation junger Menschen hineinzuversetzen versuchen. Woher erhalten sie die Kriterien, zu entscheiden, was barbarisch ist? In der Diskussion über die Gewaltlosigkeit wird heute oft zwischen der Gewalt gegen Menschen und gegen Dinge unterschieden. Es wird unterschieden zwischen der Gewalt, die angewandt wird, und der, die nur angedroht ist, es wird von Gewaltlosigkeit bei an sich unerlaubten Handlungen gesprochen. Es wird sozusagen eine Eskalation der wirklichen oder angeblichen Gewaltlosigkeit entwickelt, und es wird hieran von vielen Menschen in unserem Lande die Frage der Barbarei geprüft. Wenn ich sie richtig verstehe, scheint es Ihnen bei der Barbarei eigentlich um etwas anderes zu gehen. Die Gewalt kann ein Symptom der Barbarei sein, sie braucht es aber nicht in jedem Fall zu sein. In Wirklichkeit geht es Ihnen um etwas anderes, und das ist, glaube ich, noch nicht deutlich. Adorno: Ja, es ist hier vielleicht doch gut, obwohl ich mich dagegen sträube, Barbarei zu definieren. Mein Verdacht ist, daß Barbarei überall dort vorliegt, wo ein Rückfall in primitive physische Gewalt stattfindet, ohne daß er in einer durchsichtigen Beziehung zu vernünftigen Zwecken der Gesellschaft steht, wo also die Identifikation mit dem Ausbruch physischer Gewalt gegeben ist. Während Gewalt dort, wo sie in einem transparenten Zusammenhang zu der Herbeiführung menschenwürdigerer Zustände auch in ganz eingeengten Situationen führt, nicht ohne weiteres als Barbarei verurteilt werden kann. Becker: Sie würden also z.B. sagen, wenn ich das richtig verstehe, Barbarei ist nicht die aufgrund rationaler Erwägungen durchgeführte, selbst die Grenzen der Legalität verletzende Demonstration von Jugendlichen oder auch Erwachsenen. Barbarei ist vielmehr das sachlich nicht notwendige überstarke Eingreifen von Polizei in solchem Falle. Adorno: Das würde ich allerdings meinen. Wenn man die Vorgänge, die sich heute bei den rebellierenden Studenten abspielen, ein bißchen aus der Nähe kennt, dann wird man finden können, daß es sich hier keineswegs um primitive Ausbrüche von Gewalt handelt, sondern im allgemeinen um politisch reflektierte Verhaltensweisen. Ob diese Reflexion im einzelnen richtig oder nicht richtig ist, das brauchen wir im Augenblick gar nicht zu diskutieren. Aber es ist nicht so, daß es sich dabei um ein ungeformtes, unmittelbar aggressives Bewusstsein handelt. Was geschieht, versteht sich selber zumindest im Dienst von Humanität. Ich glaube, wenn man einmal dabeigewesen ist, wie etwa auf einem Sportplatz eine fremde Mannschaft, wenn sie siegt, beleidigt und niedergebrüllt wird, oder wenn man erlebt, wie irgendwelche angeblich guten Bürger über Studenten herfallen, wenn auch nur mit Worten, dann kann man gerade an diesen heute so aktuellen Phänomenen den Unterschied dessen, was Barbarei ist und was nicht Barbarei ist, doch sehr drastisch wahrnehmen.
Theodor W. Adorno: Erziehung zur Entbarbarisierung (1968), in: ders. (1971): Erziehung zur Mündigkeit, Frankfurt/M.: 123 ff.
Freimaurerei: Ein Wegbereiter des Humanismus in Europa
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Ich wünsche allen Lesern des TAUNUSWOLF ein besinnliches, frohes und friedliches Weihnachtsfest.
Die einzige „Heldentat“ meines Vaters im 2. Weltkrieg bestand darin, dass er sich freiwillig meldete, um in der Tunesischen Wüste einen verwundeten Engländer aus einem Minenfeld zu bergen. Diese Zivilcourage ist bewundernswert. Für einen heutigen Nostalgie - und Flecktarn-Nazi wäre das wahrscheinlich einen Grund sich zu schämen.
(Erinnerungen)
Ein Trauerspiel
Wer den Alliierten nach ihrem Rückzug aus Afghanistan geglaubt hatte, ist von einer langsam schwindenden Bedeutung der zuvor gepäppelten Zentralregierung in Kabul zu Gunsten der Taliban ausgegangen. Das Ergebnis war aber, dass diese Entwicklung tatsächlich im Zeitraffer stattfand: Am Morgen hat die Regierung noch die Mobilmachung zur Verteidigung vorbereitet, am Nachmittag flieht der…
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Kommentar zu Moria: Erbärmlich, aber akzeptiert
Kommentar zu Moria: Erbärmlich, aber akzeptiert
Fulda/Bremen (ots/fs) – Als 2012 die Europäische Union den Friedensnobelpreis bekam, waren der Flüchtlingssommer 2015 und Lager wie Moria weit weg; jetzt offenbaren die Zustände auf Lesbos, dass es 2020 in der EU mit der “Förderung von Frieden und Versöhnung”, so die damalige Begründung des Nobelkomitees, nicht mehr weit her ist. Als die Bundeskanzlerin vor genau fünf Jahren den optimistischen…
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