Was? Ja, natürlich passe ich in meiner Vorlesung auf🥴 *shoves shitty doodle under table*

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Was? Ja, natürlich passe ich in meiner Vorlesung auf🥴 *shoves shitty doodle under table*
Leser interpretieren Gefühle und reale Liebesaffären auf der Grundlage der Geschichten, die sie in der Literatur kennengelernt haben - nicht auf der der Ereignisse, die sie in ihren eigenen Familien oder Bekanntenkreisen beobachten können. Nur so lernen sie, sich kompetent in der Semantik der modernen Gesellschaft zu bewegen. Die Fiktion wirkt also wie ein Spiegel, in dem die Gesellschaft ihre eigene Kontingenz reflektiert.
Elena Esposito: “Die Fiktion der wahrscheinlichen Realität”, S.56
Der englische Podcast The World In Words beschäftigte sich letzte Woche damit, wie Deutsche das Wort "Volk" verwenden und warum dieser Begriff so aufgeladen ist, inklusive O-Tönen von einer Pediga-Demo. Interessant, diese Diskussion mal aus der Perspektive eines anderen Staats zu sehen/hören
Bis dass ein Wort
Wir geben vor so zu tun Als wüssten wir nicht Dass es am Ende Genauso ausgehen wird
Wir machen uns vor Mit geheuchelter Zuversicht Bei einem fingierten Versprechen In der Tat eine Wahl zu haben
Aber selbst wenn wir beide Einvernehmlich mit NEIN stimmen würden So wäre dies unter Berücksichtigung Der Aussagelogik einer rhetorischen Figur Nicht unplausibel als JA zu bewerten
Und so kommt es, dass wir uns zeremoniell befragen Ob wir nicht eine Entscheidung zu treffen wagen Die auf einer Empfindung zu beruhen habe Durch die wir zugleich wollen können Dass sie ein allgemeines Gesetz werde
Genauso gut könnte die Vorsehung Uns mit der Frage verspotten Wohin geht die Reise Ins Nichts
Es dürfte die wenigsten Leser_innen hier überraschen, aber ich bin keine große Freundin von Sprachpendant_innen. Menschen, die sich über andere Leute lustig machen, nur weil diese nicht immerzu die…
Ich habe letztens im Zug mit angehört, wie sich jemand über einen angeblich falschen Gebrauch des Verbs fahren aufgeregt hat. Dann habe ich mich darüber aufgeregt und einen Blogpost geschrieben.
In June 2015, the Unicode Consortium blessed us with a handful of new emoji including a burrito 🌯 and a cheese wedge 🧀. Perhaps the most think-piecey new addition to Unicode 8.0 was the inclusion of various skin-tone options for the hand-gesture and people emoji, which sparked many intere
Zwei Wörter haben in letzter Zeit Karriere gemacht: Von fake news ist oft die Rede, wenn eine Meldung sich am Ende als falsch entpuppt und von alternativen Fakten, wenn die eigens ermittelte/gefüh…
Woher kommen die unglückseligen Begriffe fake news und alternative Fakten? Und sind fake news eigentlich dasselbe wie Falschmeldungen oder Fehlinformationen? Wo ist die deutsche Lügenpresse in diesem Geflecht der Unwahrheiten zu verordnen?
Die Syntaxkatze klärt auf in einem neuen Beitrag für [di.tsvi.bl].
Foto via Thomas Schestag
(Se-)Mantik
Vom Seemantel und der Semantik: Letter sind Mahle, die mit Fleisch gefüllt sein können, aber nicht mit Fleisch gefüllt sein müssen. Manche Mahle sind manchmal ohne Fleisch, dann mit Fleisch, wie etwa das Brot, das in Fleisch verwandelt wird. Unterscheidet man hylemorphistisch nach Hülle und Fülle, dann spricht man im Westen von einem Mantel, im Osten von Mantu, dazwischen von Manti oder Manty. Die Mäntel, Mantu, Manti oder Manty, die ein saturisches, satirisches oder satyrisches Mahl (sattes/ gesättigtes, übersättigtes Mahl) sein können, wenn von ihnen too much oder sie too soon über die Tafel gezogen werden, sind Taschen oder Mäntel.
Soweit sie Samen oder etwas aus Samen enthalten, sind Mäntel Namensgeber der Semantik. Die Semantik der Mantel-, Teig- und Fleischtaschen ist eine rekursive Angegelegenheit, man kann nur mit dem darüber sprechen, was man hat, auch wenn man nichts von weiss. Das Sprechen und das Fressen können unterschieden werden, Trennung, Austausch und Assoziation läuft ohnehin durch. Durch eine begriffene Unterscheidung wird die Trennung nicht größer und nicht kleiner, die Assoziation nicht dichter und nicht lockerer, der Austausch nicht wilder oder zahmer. Der Begriff gibt Trennungen, Austausch und Assoziation die Form eines Begriffes und damit zum Beispiel die Idee, er sei schriftlich stabil und es sei vorstellbar, ihn in so im Kopf zu haben, wie das das Geld in der Manteltasche oder Hand. Eventuell hat man den Begriff im Bauch, aber da mampft schon die Idee am Begriff und der Begriff an der Idee, möge das keine Blähungen geben und wenn doch dann Wind im Sinne von Edgar Wind.
Afghanistan, Georgien , Russland oder Türkei, also Länder, die auf einer Ebene sprachlich, symbolisch und imaginär weit entfernt liegen, liegen auf einer anderen Ebene sehr nah. Das sind Länder, in den jeder Koch weiß, was Semantik ist, dafür muss er nicht alphabetisiert sein, er muss nur Mantu, Manti oder Manty zubereiten können. Es reicht wenn er einen Mantel schneidern kann. Die Torontoschool hat mit ihrer Mediengeschichte und Medientheorie auf seltsame Weise das Dogma der großen Trennung gefüttert, zum Beispiel mit der Erzählung, dass die Schrift für mehr Distanz sorge als die Sprache. Passagen von Ong werden als Geschichte eines (an-)wachsenden Geistes gelesen, als Abstraktionsgeschehen, in dem der Geist abhebt und höhere Distanz zu den Niederungen des Lebens entwickelt. Bei denjenigen, die nur eine westliche Seite der Medientheorie darstellen, ohne zum Beispiel auf Schüttpelz' Kritik einzugehen, führt das zu einer qualitativen Unterscheidung von Recht. Sekundäre Oralität wird zum Beispiel bei einzelnen Medienrechtlern mit Moskau und Schauprozessen assozziiert. Wenn die Wege der sekundären Oralität nicht nach Moskau und zu Schauprozessen führen, dann sollen sie nach der Ansicht einzelner Medienrechtler nach Karlsruhe und zu schlechten Gerichtsentscheidungen führen. Rechtswissenschaft ist ohnehin immer auch Medienwissenschaft gewesen, Juristen haben sich historisch immer präzise Vorstellungen davon gemacht, was Sprache, Schrift, Bild oder Bühne sein soll - das war immer eine normative Wissenschaft, ein Wissen, dass der Form halber, dass dank und durch Form erscheint, die auch symbolisch und imaginär ist. Ich glaube weder an die Erzählung von der visuellen Zeitenwende, nach der Juristen früher nicht über oder Dank Bildern gewusst hätten, nun aber Bilder Teil ihrer Wissenschaft würden. Und ich glaube nicht an die These, dass Juristen früher keine Medienhistoriker und Medientheoretiker gewesen wären und nun ausgerechnet durch eine von vielen Medientheorien erfahren müssten, welche Leistung in Sprache, Schrift, Buchdruck und Computer liegen würde. Vor allem dann, wenn solche Leistungesvorstellungen wieder eingesetzt werden, um richtiges Recht vom falschen Recht zu unterscheiden, um westliches Recht auszeichnen zu können, um etwa Stabilität von Instablität, abstraktes und höheres Denken von niederen Sinnen zu unterscheiden, tun Juristen, was sie immer tun. Sie ziehen ihre Linien über das Papier und machen damit Welle. Damit erzeugen sie nicht immer das Gleiche, damit erzeugen sie immer Unterschiedliches, das hat Geschichte und Geographie. Darin kann man auch Maße unterscheiden, etwa große und groß angereicherte Gesellschaft von kleinen und klein reichenden Gesellschaften. Die Ordnung darin ist und bleibt aber ein Atlas, der trägt und trachtet - und eine Welt im Rücken hat.
Warburgs Methode, das Distanzschaffen weder als Geschichte der Fragmentierung noch als Geschichte der großen Trennung oder großen Anreicherung zu erzählen folgt einer alltäglichen und trivialen Beobachtung, nämlich der Beobachtung von Stratifikation. Was in höheren Epistemologien weit entfernt scheint, ist in minoren Epistemologien nah entfernt. Im Begriff groß getrennt, beim Tafeln eng verschlungen. Dem melancholischen Talent kommt nie etwas weg, alles rückt immer vor und zurück. Afghanische Küche als Ort der Semantik zu verstehen, das kennt der Melancholiker. Manti sind Mantel und Mantel Taschen, die kleiden und trachten. Eine Metaphysik der Sitten, die in Brasilien Metaphysik der Kostüme ist, ist im Osten eine Metaphysik der Manteltaschen. In Afghanistan nennt man Kartoffeln Kumpir, in der Pfalz Gumbeere. Beides meint Grundknolle oder gründliches Nuss/ Bodenfrucht. Die einen sehen zwischen Kump und Gumb einen Graben verlaufen, sie sehen zwischen Beeren,Nüssen,Knollen und Früchten Welte liegen. Stimmt alles, gependelt ist das alles doch und weiter wird gependelt. Es gibt Orte, wo man nicht an Fragmentierung glaubt, sondern an Kontraktion und Distraktion. Insofern, so meine These, schreibt der Sohn von Aby Warburg, dass die Bibliotheca Nazionale kein Ersatz für Nachtlokale wäre. In der Nationalbibliothek glaubt man an Fragmentierung, da scheint der Logos auf nützliche Weise abgebrochen, der Bruch macht die jeweils aktuelle Gruppierung, etwa den Rat oder das Subsystem groß, das Fragment bleibt wie bei Rilke, auf Apollo und die Totale bezogen. In Nachtlokalen glaubt man an Kontraktion und Distraktion, schon weil man da, wie beim Doktor Flotte in Bockenheim, an der Bar die Matrosen, Lady Justice und Fortuna Frikadelle aus Orten wie Afghanistan trifft und dann merkt, dass woanders das Selbe, der Dämon und der Engel des Selben vorkommen, wie hier. Alles, was in naher Entfernung vorkommt, kommt in weiter Entferung vor, nur in anderen Reihenfolgen, ebenso getrennt, auch ausgetauscht und anders assoziiert.
Semantik ist der Name einer wissenschaftlichen Disziplin, die durch juridischen Kulturtechniken einen Titel tragen kann. Daher ist die Technik, Fleisch- und Teigtaschen herzustellen und zu verspeisen so oder so Teil der Semantik. Wenn Caillois eine diagonale Wissenschaft zu der exzessiven Mimesis der mantis religiosae entwickelt, zu dem Insekt, das man Gottesanbeterin nennt, oder wenn Walter Benjamin in den geschichtsphilosophischen Thesen von magischen und mantischen Praktiken spricht, dann in Bezug auf Deutung, der nicht passiert ist, was Fögen die Enteignung der Wahrsager nennt. Die Deutung ist weder stattlich noch ständig und auch nicht staatsrechtlich geworden. Sie ist unbeständig, polar und meteorologisch geblieben.