Tag 2232 / Was ist das denn, wenn man heult aus Überforderung?
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Tag 2232 / Was ist das denn, wenn man heult aus Überforderung?
Tag 1351 / Mit Leinenbeutel zur Beerdigung
Davon berichtet, wie ich mich präparierte. Mit Taschentüchern und Keksen und Müsliriegel und Wasserflasche und Aromaöl und Brausepulver und Akkupressurring und Chilischote und AA-Münze und Fahrrad und Kapuzenjacke und...
In meinen letzten beiden Träumen war die Ex-Chefin von der letzten Anstellung. Was vorbereiten müssen, nicht rechtzeitig schaffen, enttäuschen. Aber Tränen gelacht wegen Muttis lustigem Traum.
Die Zitrone im Mineralwasserglas duftet so angenehm. Minze, von mir klein gezupft auf dem Käsekuchen verteilt, schenkt ihm eine superleckere Note. Es riecht nicht nach Suff in diesem Lokal.
Eine große Stütze war mir der Freund von früher bei der Trauerfeier in der Heimat. Eine große Stütze ist mir der Freund von früher bei der Trauerarbeit in Berlin.
Tag 1094 / Über meine Geburtstage verreise ich und versuche, die Sorgen daheim zu lassen.
Ich nehme mit... - einen gefüllten Medikamentendispenser - ein leeres Abstinenzkalenderblatt und Aufkleber - mehrere Skillstaschen - mehrere Kopfhörer - das Musikabspielgerät mit Abstinenzgravur - meine Notfallliste (Tag 1090) - ausnahmsweise mal nur ein Duschgel und nur ein Shampoo (vgl. Tag 163) - das Blaue Buch, das "Grüne" Buch, das Buch von Amy Liptrot (Tag 960) - Zwieback und Lebensretterkekse - ein zweites Handy und drei Ladegeräte - zwei Knirscherschienen - Ohropax Classic - ein neues Notizbuch - mehrere Stifte - meinen Laptop - zwei Aromaöle und ein Körperöl - leider nicht die Katze.
Tag 577 / Denkzettel
Merke: - Es ist eine Bereicherung, dass ich in der Lage bin, Skills anzuwenden! - Waffenstillstand mit mir selbst - Selbstwert hoch, Anspruch an mich selbst runter - Validierung der Beziehung zu mir selbst - Pro-Contra-Liste (Ausrasten, Skillen, Konsumieren) - Mich nicht ins Unrecht setzen lassen, wenn ich Recht habe. Mich auf mein Recht zu beziehen, ist ok. - Ich bin eine Grenzlinie-Persönlichkeit. Es regnet. Warum ist weder beim Regen wichtig, noch bei der Grenzlinie-Persönlichkeit.
Überlege: - Wie kann ich die eignen Erfolge annehmen? Auf Erreichtes stolz sein? - Welche meiner Zugangskanäle sind wann wofür offen? Wie kann ich mich erreichen? - Was würde mein Held des Alltags tun? - Darf ich den Berliner Krisendienst auch aus Sachsen anrufen?
Mach: - Atmen nach Zahlen - Schönes Notizbuch kaufen. Bestimmte Sätze da hinten eintragen und immer in neue Notizbücher übertragen. - Buntes Verdienstkreuz tragen! (Tag 246) - Mindestens zwei Skillstaschen bestücken. - Dabeihaben: Therapieknete, Igelball - Lavendel vom Balkon - Zimtblätter, Teebaumöl, Tabasco und/oder getrocknete Chilischoten, Akkupressurring, Feder, Ohrstöpsel für laute Maschinenarbeit im Baumarkt kaufen! - Erfrischungstücher ohne Alkohol? - Tage markieren, an denen ich Skills angewendet habe. (z.B. Erbsen, kleine Steinchen von einer Hosentasche in die andere) - Geräusche auf Handy und/oder Musikabspielgerät: Vogelzwitschern, Muezzinruf, Meeresrauschen, Möwengeschrei - Rekorder-Skill: Was ist gerade los? Wertfrei. - Geduldsspiele - Handlungsbezogene Aktivitäten: Handarbeit - Malen nach Qualen - Telefonseelsorgenummer einspeichern, notieren, mitnehmen: 0800 111 0 111 und 222 - Unsichtbarer Stuhl - Körper einmal richtig doll anspannen (PMR) - Treppe hoch und runter - Schnell gehen - Strecken, Ausschütteln - Rosinen-Übung mit egal was - Achtsamkeits-Inseln - Handy-Erinnerung: Wie geht es mir gerade? - Mein Abstinenztagebuch lesen - Situation verlassen - Kaltes Getränk - Kaltes Wasser (Gesicht, Arme, Handgelenke) - Hände eincremen - Von 150 runterrechnen
HEUTE denke ich, es war einfacher, trockene Alkoholikerin zu werden, als mit der Grenzlinie-Persönlichkeit zu leben. Den Alkohol weglassen, ihn aus der Gleichung nehmen. (Tag 564) Das ist EINE zentrale Veränderung. Das ist EINE zentrale Handlung. Immer wieder das Gleiche: Alkohol weglassen, alkoholfrei leben. Das mit der Grenzlinie-Persönlichkeit ist millionenfach komplizierter. Da geht nicht, nur das Eine weglassen. Mal hilft das Eine, mal das Andere. Mal die eine spezielle Abfolge, mal eine ganz andere.