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@thight
new church
Der man bun von Ganjaman - grau. Er wirkt weise. Er spreadet love, reggaelove. Ruft dazu auf, die Faust zu ballen. Gegen Hierarchien, pro Frieden. In dieser neuen besseren Kirche stehen viele Fans, die Jesus ähneln. Mit Dreads und Schlitzen als Augen wippen sie im Duft der grasigen Rauchwolken. Smoker sind wie die Faultiere unter den Menschen. Diese verplanten, langsamen Chiller. Werden meist nicht ernst genommen. Haben ja auch einen Rauchschleier vor dem Gesicht. Welcher aber in Wirklichkeit wie ein Filter fungiert für die wirklich wirklich wichtigen Dinge im Leben. Wie zum Beispiel das Umarmen von Bäumen;). Ganjaman singt über Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden. Ich frage mich, was passieren würde, zündete die Welt überall gleichzeitig einen grünen Stängel an und inhalierte diesen synchron. Ich stelle mir vor, dass dann jeder Soldat zu lazy wäre um in den Krieg zu ziehen. Die Habgier der unguten Herrschaften von Politikern würde sich auf die letzten Pizzastücke beschränken. Der Präsident, dessen Name nicht mehr genannt werden muss, würde mit einer Chipstüte über dem Kopf auf der Couch seine highness genießen, mit einem bereits vorhandenen debilen Grinsen. Alle sie würden chillen und den bullshit sein lassen. Welch eine Vorstellung. Die Musik transportiert energetisch die Worte. Ganjaman ist der Pfarrer, hält melodisch seine Predigt. Die “gleiche Wellenlänge” bekommt ein plastisches Gefühl. Weil wir vor der Bühne darin Baden. Im Fluss des Rhytmus’. Peace und victory haben das gleiche Handzeichen. Schöner Zufall.
Jedenfalls war ich in wien angekommen, nach acht stunden fahrt mit meiner mom (direkt durch münchen und somit durchs oktoberfest), guter FM4 musik und sentimentalen geschichten. Das in wien rein fahren hat in mir ein gefühl des nach hause kommens ausgelöst, obwohl ich bisher nur einen monat in wien gewohnt und gearbeitet hatte. Vielleicht war ich ja schon mal in einem anderen leben hier, keine ahnung.
Ich fand altbauten schon immer hammer. Umso mehr freute ich mich, als ich den eingang betrat und direkt stuck an den hohen decken sah. Meine wg kann man als eine hippiekommune bezeichnen, in welcher es syrisches essen gibt, wenn man abends heim kommt und wo man meistens mit einem joint begrüßt wird (egal ob morgens oder abends). Wir sind offiziell zu viert und in echt aber zu fünft (glaube ich). Ein elektrotechnik-student, eine österreichische Italienerin, deren studienfächer zu exotisch klingen als dass ich sie mir merken könnte und zwei syrer. Die letzteren sind wie meine zwei großen brüder. Alle sind sie gemeinsam umgezogen, nachdem der vermieter in der ersten wohnung sie aus rassistischen gründen nicht mehr haben wollte. Unser neuer vermieter ist achtzig und “typisch wienerisch” wie die alle sagen, was bedeuten soll, dass er viel rummault, es im grunde aber doch nicht böse meint. Wir drehen ungefähr ziemlich oft die musik laut auf, aber die hier herrschenden akustischen eskapaden interessieren ihn nicht, da er schwerhörig ist. Hurra! Und auf grund seiner spannenden vergangenheit hat er einen separaten text verdient, da er viel erlebt hatte, nachdem er als kind seine gesamte familie in auschwitz verlor (es gibt auf youtube sogar eine dokumentation mit ihm).
Zum neben mir einzigen mädel. Sie hat einen melodischen italienischen akzent und eine stark ausgeprägte soziale ader. Irgendwie erinnert sie mich von ihrer art her an pipi langstumpf. Wenn ich ins wohnzimmer komme, sitzt sie auf dem sofa mit nassen haaren und einem ballettbody und lässt sich im kreise der wg zöpfe flechten von aumar, einem der syrer. Zudem hat sie mit acroyoga angefangen. Was das für uns bedeutet, müsste allen klar sein.
Khaled hatte archäologie studiert und will es hier fortführen. Als er und seine kumpels mir im flur zum ersten mal entgegen kamen, war ich nicht gerade begeistert. Sie waren etwas lärmig und zwei von ihnen rauchten zigaretten, in der wohnung, direkt vor meinem zimmer. Bei sowas könnte ich ausrasten. Es gibt kaum schlimmeres, als kalten zigarettenrauch an den klamotten. Jedenfalls setzte ich mich irgendwann zu ihnen ins wohnzimmer, wir rauchten einen und wurden freunde.
Jeder von ihnen hatte ein normales leben in syrien. Ihre familien sind generell ziemlich groß und es ist normal, dass jeder mindestens vier oder fünf geschwister hat. Muhdi hat fünf. Alles schwestern. Als ich darüber loslachte, grinste er nur breit und jeder wusste, ohne etwas sagen zu müssen, was die intention der eltern gewesen war.
Kulturell gibt es unüberraschenderweise noch mehr unterschiede, die mir so richtig vor augen führen, wie offen gesellschaften sein könnten. Kann sich hier jemand vorstellen, jemanden zu sich nach hause einzuladen, den er gerade erst auf der straße kennengelernt hat? Sich anschließend einen tee zu kochen, die shisha anzuzünden um einfach nur rumzuhängen und zu reden? In syrien läuft es aber genau so. Wenn ich sowas höre, wächst in mir das bedürfnis irgendwann aus deutschland auszuwanern. Oh ja.
Krass ist auch, wie viele lebensmittel täglich im müllraum landen. Deppert ist, dass man in deutschland mit heftigen strafen rechnen kann, sollte man beim containern/dumpstern erwischt werden.. (der schweinebraten und der salat waren hervorragend)
Hier interessiert es die leute wenig. Ich glaube, dass das soziale gemeinschaftsgefühl hier grundlegend anders ist. Jedenfalls werde ich hier nicht mehr einkaufen gehen müssen. Ich bin wegen diesen ganzen tatsachen ungefähr die ganze zeit voll aus dem häuschen, für die anderen ist das alles normal. Ich komme mir etwas vor, wie ein landei, das zum ersten mal teil eines großstadtdschungels ist.
Im grunde urleiwand. Immer mit einem debilen grinsen durch die straßen laufen und sich morgens in der metro von den zeitungsverkaufenden jamaikanern einen guten morgen wünschen lassen.
Insgeheim wünsche ich mir, bilderbuch mal über den weg zu laufen (vorallem aber michael buchinger).
La- la- la- la- la- lass mich nicht los
Le- le- le- le- le- leg dich zu mir
Ha- ha- ha- ha- ha- halt mich fest
Maschin Wien
die Bananenwoche (NSFW)
Jedes mal, wenn man denkt, die menschheit wäre schon schräg genug, kommt jemand um die ecke und beweist einem, dass es noch krasser geht. Nachdem ich einen bericht auf vice über die sehr spezielle japanische pornoindustrie gesehen habe, bestand für mich kein zweifel mehr daran, dass die kranken und verrückten phantasien des menschlichen gehirnes grenzenlos sind. https://www.vice.com/de/video/genki-and-the-art-of-eel-porn
In japan tun sie es also gerne mit aalen und anderen glitschigen tieren, aber gibt es nicht auch etwas ähnlich groteskes hier in deutschland? Leider ja. Nach längerem überlegen habe ich beschlossen, diese geschichte endlich in den weiten des internets zu verbreiten. Eine Danksagung an meinen Kumpel Felix.
Bekannte von ihm waren auf einer kleinen feier, wo sich alle austauschten über besondere vorlieben und dinge, die man in “fifty shades of grey” finden würde. Diese geschichte ließ wahrscheinlich jede mundklappe nach unten fallen. Bestimmt gab es auch die ein oder anderen würgereflexe und neuentstandene phobien. Zur geschichte des grauens: jedes jahr, hat das ehepaar -um welches es geht- ne woche, in der sich beide nur noch von bananen ernähren. Sie essen also nur bananen und scheiden nur bananen aus. In die badewanne. Zusammen. Gemeinsam eine ganze woche lang. Die ganze verdammte woche da rein machen. Am ende des fastens, wird die bananenkackevolle wanne noch etwas mit wasser aufgefüllt bis sie zur hälfte voll ist mit verdünnten bananenexkrementen.
Und dann vögeln sie drin. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass das wahr ist. Mein kumpel meinte todernst, die geschichte wäre echt. Ich glaube es wird noch eine fortsetzung geben, vielleicht ein interview.
mein Brett
Fiona wird mich an dieser stelle aus hass mit vollen OBs bewerfen wollen, glaube ich, weil sie nicht viel vom longboarden hält. Weshalb werden menschen, die longboard fahren als hipster bezeichnet und von echten skatern verachtet? Das verstehe ich noch nicht ganz. Vielleicht hat ja jemand eine antwort darauf. Wenn das so ist, darf er gerne weiter oben ironischerweise auf “ask me anything” antworten. Ich hatte mir mal, als ich bei der eignungsprüfung in wiesbaden war, “schablonenrepublik” gekauft..hammer buch..geile schablonen ..nur zu empfehlen. Mit vereinten kräften vom guten pedo-bär, dem muskulösen jesus und dem richtig authentischen spraydosengeruch, konnte ich endlich meine eigene, kleine, lang verleugnete hipsterigkeit auf den straßen von konstanz rauslassen. Ein kumpel fragte wie ich das brett benennen will..braucht ein longboard einen namen? Jedenfalls habe ich es (mit einer spanischen aussprache) Jésus getauft. Nein, das ist keine blasphemie sondern viel eher eine hommage.
Ich rollte durch den herosépark und entdeckte ein paar kommilitonen, die gerade dabei waren den imagefilm für unsere hochschule zu drehen und mir fiel ein dass ich mich doch genau für diesen tag auch eingetragen hatte (als mensch der so tut als ob er happy im gras am rhein lernen würde). So verbrachte ich also eine stunde mit einem buch über irgendwas mit präsentationen neben den anderen akteuren und führte noch eine kleine diskussion mit der leitenden person des imagefilms darüber, wieso das video viel glaubwürdiger wirken würde, wenn einer der studenten im bild ganz beiläufig einen rauchen würde. Sie fand die idee absolut nicht toll. “Warum denn nur”, fragte ich mich und tat weiter so, als würde ich ein buch lesen.
Im weiteren verlauf des tages lag ich irgendwann wieder im gleichen park mit meiner mitbewohnerin L. und dem kumpel E., die gemeinsam mathe lernten. Wie meine jetzige eigenartige lebensphase es fordert, versuchte ich wieder meinen momentanen lieblingsgeruch zu wittern. Anscheinend sah man mir das sehr an, weshalb ein typ, welcher 5 meter weiter lag, blickkontakt mit mir aufnahm, um mir netterweise sein letztes viertelchen zu geben.
Glücklicherweise ertönte das klingeln des eismannes. Ich kramte in meiner hosentasche rum, die ich erst morgens aus dem sommerkarton holte, und fand darin zwei euro und zwei Гривня (grivnja, ukrainisches geld vom letzten sommer, in welchem ich jemanden kennenlernte, der mir im drauffolgenden winter einen heiratsantrag machte..andere geschichte). Jedenfalls fragte ich den freundlichen, molligen, italienischen eisverkäufer, ob ich für das ukrainische geld noch eine kleine kugel bekommen könnte. Wir kamen in ein kleines gespräch und zu meinem verblüffen konnte er ausrechnen, wie viel es in cent wert wäre. Uungefähr 20 cent. “Das ist ja garnichts wert” meinte er und lachte. Da ich nicht vorhatte ihn über den tisch zu ziehen, gab ich auch lachend zu, dass es tatsächlich nichts wert wäre. Er erzählte mir, dass seine frau auch ukrainerin ist und jedes jahr dort hin in den urlaub fährt und die zwei grivnjas bestimmt gebrauchen kann. Ich bekam insgesamt 4 kugeln. Melone, stracciatella, zwei mal joghurt-kirsch. Zufrieden darüber, die menschenschlange hinter mir mit der unterhltung entertaint und endlich mal mit dem eismann geredet zu haben, ging ich zurück zu den lieben strebern.
Fotografierend durch die gegend zu rollen gehört jetzt zu meinen liblingsbeschäftigungen..bis es mich aufs gesicht legt, was im verlaufe des tages auch passiert ist.
Zufällig traf ich auf dem heimweg einen weiteren kommilitonen, den ich sehr gerne max bill nenne, da zwischen den beiden doch eine gewisse ähnlichkeit besteht (gemeint ist max bill in seinen jungen jahren).
Ich war dann schon etwas neidisch auf seine großzügig geschnittene und dennoch sehr günstige wg. Ich glaube ich will sein zimmer pachten...
Dieser windows xp wllpaper vor uns bot sich super an, um sich ein mal wie heidi zu fühlen und runter zu rollen. Im grunde hätte ich danach schlafen gehen können weil das glückslimit für den tag bereits erreicht, wenn nicht sogar stark überschritten war.
Und ich glaube meine theorie macht auch sinn. Danach gab es zwar noch eine kleine grillfeier und eine wg party. Beides verließ ich früh. Vielleicht sollte man die grenze der möglichen dinge, die man alle an einem tag machen könnte nicht überschreiten. Warum, finde ich das nächste mal raus.
HAMBURG
J. und ich dachten, wir ziehen nach dem echt coolen Tag als Juryassistenz beim ADC etwas um die Häuser. Der Abend fing also folgendermaßen an: Wir aßen mit den anderen in nem haaammermäßigen Falafelrestaurant und rauchten draußen kurz, als ich einen bestimmten Duft witterte und laut meinen Studienkollegen fragte, ob es arg scheiße wäre die netten Dudes nach nem Zug zu fragen. Sie hörten es, luden uns ein und es stellte sich heraus, dass sie das gleiche studierten wie wir. Ich war so begeistert davon, wie die Hamburger Joints bezeichneten.”Tabaluga..er ist grün und speit Feuer” eiii..geil! Muss ich sofort bei uns im Süden etablieren, dachte ich. Jedenfalls gingen wir los und waren schon so 100m vom Restaurant entfernt, als jemand hinter uns schrie. Ich drehte mich um und die Bedienung stand in der Tür. Blöderweise hatte ich vergessen zu zahlen, was sehr lustig war, da ich beim Essen noch erzählte, wie oft es mir schon passiert ist dass die Bedienung hinter mir her rannte..und es ist jedes mal wirklich aus versehen..ich schwöre!! Jedenfalls nahm der leicht angenebelte Abend seinen Lauf. Nachdem alle sich verstreut hatten, schlenderten J. und ich noch durch ein paar Gassen und trafen hippe Mädels, mit denen wir ins Gespräch kamen und mit ihnen zu einer Party gingen. Auch bei ihnen mussten wir feststellen, dass sie ebenfalls Designer waren. Da sah man mal wieder, wie sich gleiches anzieht. Die Schlange vor der Party war sooo ewig lang, dass J. und ich beschlossen, davor einfach in diese gemütliche Bar zu gehen, aus welcher laute, gute Musik und rotes Licht kamen. Auf einem Täfelchen davor stand aber, dass es eine geschlossene Gesellschaft war. So rebellisch wie wir sind, schissen wir darauf und gingen trotzdem rein..
Ich sah mich um und erkannte nur Männer. Leider muss ich zugeben dass wirklich alle etwas nerdig zu sein schienen. Ja, also Schenkelspreizer waren es wirklich keine..und die wenigen anwesenden Frauen musste man sich auch schöntrinken. Die Musik war eben perfekt. Wir legten unsere Mäntel ab und ich konnte einfach nicht aufhören mich zu fragen, was das für eine geschlossene, nerdige Gesellschaft war. Meine erste Vermutung: Physikprofessoren.NICHTS gegen diese Gruppierung! Einige meiner besten Freunde sind Physiker und sind weder nerdig noch komisch..zumindest nicht arg. ABER Klischees stimmen leider oft. Ich suchte mir die harmlosesten Jungs aus, die an nem Tisch saßen und wie mitte zwanzig aussahen und fragte sie, woher sie sich alle kannten. “Wir alle sind Feuerwehrmänner aus einem Dorf in der Schweiz....” weiter hörte ich nicht mehr zu, weil ich diesen lustigen “ALARM! ALARM!”- Feuerwehrporno im Kopf hatte. Wir feierten es so ab wo wir gelandet waren und blieben noch ne weile, lernten sogar deren Hauptmann kennen (oder wie man so jemanden bezeichnet). Wollten nach drei Liedern auch wieder los, weil ich wieder den Drang nach einer Karotte hatte (Prostituierte wollten wir auch noch sehen, weil wir nie bis selten eine zu Gesicht bekamen und ich das irgendwie interessant finde). Ich verstand dann auch, was mein früherer Mitbewohner meinte, als er sagte: “Katja, es fehlt nur noch die Felljacke und dann passt du perfekt in den Kiez”, nachdem ich ihm meine Moonboots präsentierte. Strich-geschichts-mäßig ist es üblich, sich bei kälteren Temperaturen in Moonboots auf die Straßen zu stellen..übrigens..ein mal hat uns eine Prostituierte hinterhergespuckt, was anscheinend auch normal ist. Wären wir durch die “verbotene Straße” gerannt, so wie ich es anfangs wollte, hätte uns auch Urin aus einem Plastikbecher entgegen kommen können.
Ich kann mich nicht genau daran erinnern wie, aber irgendwie kamen wir vor einer Bar mit einem lustigen Hamburger ins Gespräch. S., ende dreißig, erklärte uns, wie der Zusammenhalt in Hamburg so war “wenn einer Stress macht, dann kommen alle her und helfen dir, ja sogar die Mädels..ja so läuft das bei uns..” so oder so ähnlich waren seine Worte und wir hörten uns noch lange seine Geschichten an, bis dann seine Freundin kam und wir auch sie kennenlernen durften. Wir gingen alle in die Bar..J. und ich tanzten zur Musik, die der DJ auflegte. S. gab uns allen noch sein Lieblingsgetränk aus...lustiger als in jener Bar konnte es kaum noch werden. Doch! Mit etwas grünem. Also wollten wir weiter. “Ja sagt das doch gleich!” S. holte uns vom DJ ein paar Blüten, das Drehzeug dazu und deutete auf die Toilette. Da dacht ich mir dann. “Okay. Wo ist das Bürgerbüro? Wo muss ich unterschreiben? ICH WILL IN HAMBURG WOHNEN VERDAMMTE AXT! S. meinte auch, ich solle in seinem Club in Berlin vorbeikommen.
Wir verabschiedeten uns von unseren neuen Dudes, tauschten e-mailadressen aus und zogen weiter. Kaum zehn Meter gelaufen, kamen wir mit einem netten Mädel ins Gespräch und unterhielten uns über..ich kann mich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern..aber sie war so cool drauf..offensichtlich war sie mal auf dem Strich. Wir beobachteten die armen Männer, die an den Nutten vorbei wollten, teilweise aber auf brutalste Weise dazu gedrängt wurden, mit den Mädels aufs Zimmer zu gehen. Wir beobachteten das Spektakel noch ne weile, verabschiedeten uns schließlich mit Bussis von A. und zogen weiter. Ich wunderte mich, wie J. es stocknüchtern ertrug, mit einem sehr angeheitertem Ich rumzuhängen. Es war aber tatsächlich die geilste Zeit. Es waren nur noch ein paar Straßen zu unserem Apartement und ich sah mich schon in der Dusche stehen...als uns drei Briten auf Englisch ansprachen. Eigentlich hatten wir an diesem Abend keine Lust mehr auf noch mehr Bekanntschaften, aber als sie uns so zuquasselten war es dann doch ganz witzig und sie fragten nach Grünem. Sehr gerne teilte ich mit ihnen den letzten Rest. Es stellte sich heraus, dass sie einen Junggesellenabschied feierten und einer von Ihnen Fotograf ist. Wir bekamen seine Karte und wurden (fuck..habe gerade meine Manteltaschen nach ihr abgesucht und ich befürchte sie ist weg..außer J. hat sie eingesteckt) eingeladen sie in England zu besuchen wenn wir mal in der Nähe sind. Ob das jemals der Fall sein wird..
J. und Ich gingen nun wiiirklich und ohne Umwege Heim..und jetzt kommt das Beste: Als wir auf die Uhr sahen, war es erst viertel nach zwölf. Genau wie in einer anderen Stadt, in welche ich mich einst verliebte, blieben hier die Uhren stehen und ich hatte das Gefühl, dass ich hier nicht das letzte Mal sein würde.
good morning
wie man der beschissenste nachbar der welt sein kann und dafür mit bestem wein belohnt wird part 2
gestern zwiebeln, heute wein
im haus nebenan in der wohnung schräg über uns wohnt ein italienerpärchen, beide mitte fünfzig und bekannt dafür dass sie vernehmbar ihren unmut äußern, wenn es irgendwo in der nachbarschaft etwas lauter ist. sie haben auch einen kleinen kläffenden hund, welcher manchmal auf dem balkon rumsteht und bellt. luisa bellt oft zurück. letzten sommer hatten wir die musik so dermaßen laut aufgedreht, dass alle wände vibrierten und der italiener mit hochrotem kopf vor unserer wg stand und wie wild an die tür hämmerte (dabei war es noch nicht mal zehn). dann gab es auch zeiten als wir auf dem balkon mit zwiebeln beworfen wurden, aus gleichen gründen. die italiener ließen ihr ganzes temperament bei uns raus. wir waren immer mega genervt und fragten uns was mit denen los war. dafür gab es sonntags zwiebelsuppe.
vor wenigen tagen haben wir frühjahrsputz gemacht. dazu gehört auch den ganzen balkon vom altglas und den pfandflaschen zu befreien. von den fünfzehn euro pfand kauften wir viel klopapier. jedenfalls hatte unsere aufräumaktion zur netten folge, dass die italiener uns feierten. sie hatten einen angenehmeren ausblick und wir fingen an smalltalk zu halten. Ja, es war sogar wirklich nett. es stellte sich heraus, dass sie erst aus italien zurück waren und viiiiiel wein mitgebracht hatten. sie verschwanden kurz in der küche und kamen zurück mit einer rotweinflasche, an welcher eine lange schnur befestigt war. der mann (mir fällt auf dass ich noch nicht mal weiß wie die guten menschen heißen) schaukelte die flasche so lange hin und her, bis luisa sie greifen konnte. es war kein label drauf, was bedeutet, dass es ziemlich guter wein sein musste. und er schmeckte auch meega deliziös! hinterher kam passendes italienisches gebäck und italienisches brot. und eine lange salami. jedes mal wenn wir auf dem balkon sitzen, werfen sie uns zigaretten runter und wir plaudern. dabei wollte ich eigentlich weniger rauchen. wird wohl vorerst nichts. sie sagen auch sie bringen mir mal bei, wie man echten italienischen tiramiu macht. es fühlt sich an, als hätte man ersatzeltern.
„alter, katja..die wollen uns doch bestimmt vergiften, oder?“ ich denke nicht dass sie uns töten wollen. ich glaube sie verstehen einfach was es bedeutet student zu sein, weil ihr sohn es auch mal war. sie haben wahrscheinlich mütterliche und väterliche gefühle für uns entwickelt und wollen einfach nur nett sein. die theorie meiner mum ist, dass sie eine braut für ihren sohn suchen.
der punkt ist, dass viele menschen (inklusive uns) denken, sie wären sooo tolerant und weltoffen. ja, manche suhlen sich auch richtig in ihrer angeblichen kultiviertheit. wenn man dann aber mit pflanzenarten aus der gattung lauch beworfen wird, dreht man durch, zeigt null verständnis und regt sich auf. dabei gehört es bei den südländischen nachbarn zum guten ton dazu! haja! es wäre womöglich sogar eine beleidigung, würden sie in “normalem” ton mit uns kommunizieren. heute mögen wir unsere heißblüter sehr. wie dem auch sei. seid tolerant und begegnet anderen mit freundlichkeit, vielleicht füllt sich euer weinregal dann auch mit dem ein oder anderen edlen tropfen.
und entrümpelt verdammt nochmal eure zugemüllten balkone!
wie man der beschissenste nachbar der welt sein kann und dafür mit bestem wein belohnt wird
der satz ist nur dann witzig, wenn man weiß, dass eric der kumpel und nachbar ist, welcher zwei(!!) stockwerke über uns wohnt. ich bin seit einigen tagen verrückt nach dem lied „ball is life“ von tunji ige. und jedes mal wenn ich mich in einen song verliebe, wird er so oft in dauerschleife gehört, bis er mir zum hals raushängt. und mit dauerschleife meine ich nicht 3 mal hintereinander, nein. damit meine ich ganz hart den ganzen tag. in der hinsicht kann ich mein verhalten einfach nicht ändern und mir tun auch alle menschen leid, die das vergnügen haben meine nachbarn sein zu dürfen. ich denke, dass mittlerweile auch das ganze haus den text zu „clint eastwood“ von den gorillaz auswendig kennt, genau so wie ich alle rap-parts von del tha funkee homosapien perfekt mitsingen kann.
früher war ich noch in der opferrolle..jedes wochenende geschlechtierte das fernbeziehungspaar über mir so laut, dass ich angst hatte, sie würden eines tages in ihrem bett durch meine decke krachen. ich klebte ihnen einen drohbrief an die tür. das wäre aber auch einen eigenen separaten blogeintrag wert..jedenfalls hat sich der spieß gedreht und ich bin nun die quelle des (meiner meinung nach schönen) lärmes.
„würde ich direkt über denen wohnen, hätte ich schon längst die polizei gerufen“, waren die worte von erics mitbewohner.
wir wohnen in einem dreiecksgebilde aus süßen häuserreihen, welche in der mitte einen kleinen park bilden. wir haben auch eine katzenoma, die jeden tag mit ihrer katze an der leine spazieren geht und laute kinder mit der peitsche bedroht. ja..echt wahr. die eltern fanden das gar nicht gut und haben ihr anschließend mit der polizei gedroht. ein mal kam ich morgens mit einem kumpel vom feiern heim. da lungerte die omi in ihrem rosa kleidchen, den grünen crocs und der katze vor unserer hintertür. noch restangeheitert äußerte ich irgendetwas dummes und sie fing an, 5 meter von uns entfernt im stehen zu urinieren. mit „sie“ meine ich nicht die katze sondern die oma.
jedenfalls habe ich mich mit dem gedanken, dass uns alle hassen bereits abgefunden. bisher hat aber noch niemand geklopft. so viel zu den umständen. die wendung im dritten akt folgt..
warum man hin und wieder spontan mit wildfremden menschen dübeln sollte
ich war auf dem weg nach hause vom laden nebenan. hatte buttermilch und muffins gekauft wegen meinen magenschmerzen, welche kamen weil ich zu semesterbeginn viel zu viel alkohol trank. ich trinke normalerweise selten hochprozentiges..ab und zu mal ein glas rotwein und dann haut es schon richtig rein. wenn es aber weihnachten ist und die kommilitonin aus moskau einen super vodka anlässlich ihres geburtstages mitbringt (mit essiggürkchen)..dann trinkt man da mit. und auch dann, wenn am gleichen tag der lieblingsprof noch netterweise sekt für alle mitbringt. weiter geht es nach den vorlesungen auf der weihnachtsfeier mit glühwein.
mit meinen einkäufen durch den park laufend malte ich mir aus, wie easy alles wäre, wenn ich mir gegen die magenschmerzen einfach im laden eine nette karotte legal kaufen könnte. ich sah das regal mit den grünen vollen einmachgläsern so deutlich vor mir, dass ich mir schon den geruch einbildete. es stellte sich wenige meter später heraus, dass es keine einbildung war, sondern dass da wirklich jemand dübelte und ich mitten in einer besonderen wolke stand. bei mir im park.„das ist jetzt nicht deren ernst“..
ähnlich wie in trickfilmen die darsteller schwebend, mit einem treu-doofen blick gerüchen entgegen fliegen, folgte ich jener spur. es war bereits dunkel und der duft führte mich zu den kinderschaukeln, bei welchen eine gruppe von ungefähr fünf typen stand. sie waren alle mitte zwanzig, sahen ziemlich bedrohlich aus und fingen an mir irgendwas entgegen zu rufen als ich auf sie zukam..lange rede kurzer sinn: auf die gefahr hin, an jenem dunklen abend von fünf unbekannten männern vergewaltigt zu werden, rauchte ich einfach bei ihnen mit und machte mich nach einem kurzen, belanglosen smalltalk auf den weg zu meiner wg. leicht benebelt stolperte ich in die wohnung und meine mitbewohnerin luisa dackelte raus..fragte mich noch schnell ob ich mit ins kino will und dass ich mich beeilen muss...jaaa man! ich schmiss alles in mein zimmer, außer die muffins, und folgte ihr runter. im bus nervte ich sie mit immergleichen updates bezüglich meines angeheiterten zustandes. die mitfahrenden fanden das auch ganz amüsant.
weil man keine snacks von daheim mit ins kino bringen durfte, und die taschen kontrolliert wurden, packte ich die muffins unter meine jacke. ich sah aus wie eine schlechte hauptdarstellerin aus der sendung „teenie-mütter“ auf rtl. neben der spur, schwanger..dazu kamen die roten augen auf halbmast. wie nochmal haben die mich ins kino gelassen? man weiß es nicht. wie auch immer. erst im kinosaal auf meinem platz sitzend fragte ich mich, was wir für einen film jetzt sehen würden. die antwort auf meine frage stimmte mich noch glücklicher als ich es sowieso schon war. „wir schauen jetzt die highligen drei könige, katja“. grinsend mit schlitzaugen lehnte ich mich zurück und stopfte mir den braunen schokomuffin rein. vom lied „runaway“ von kanye west wurde ich irgendwann unerwartet überwältigt und ein sentimentales gefühl überkam mich. ungeachtet der anderen kinobesucher und meines mundinhaltes, fing ich an laut mitzurappen..was mir erstaunlich gut gelang. das war fun, fun, fun! nicht so für meine freunde. eric versuchte mich mit allen mitteln zum schweigen zu bringen und haute mit seiner flachen hand auf meine oberschenkel ein. irgendwann war ich still.. als das lied vorbei war. und der film war der oberhammer. kann ihn nur empfehlen. okay gut.
was ich zu sagen versuche ist: die aktion im park war ziemlich leichtsinnig von mir. aber ich würde es jeder zeit wieder tun. an dieser stelle müsste jetzt der typ kommen, welcher sagt: “no risk, no fun. das ist mein motto!”.
-katja
hallo! ein neuer fisch ist in der stadt.
ich werde wöchentlich texte und fotos posten zu den themen design, gras, männer, tinder, zufälle, fäkalien, üpsilon puh.
-katja
fast jeder hat vorsätze an silvester. ich hasse neujahrsvorsätze so sehr! sie machen keinen sinn, denn wenn man etwas wirklich umsetzen will, dann muss man nicht erst auf die angebliche nacht der nächte warten. außerdem zieht silvester mehr enttäuschungen, schwangerschaften und erbrochenes mit sich als irgendein anderes event. aber das wäre eine andere geschichte.
ich hatte mir für 2016 aber tatsächlich zweierlei vorgenommen. das eine wäre, meinen graskonsum zu erhöhen..ja..richtig gelesen..es gibt menschen die sich vornehmen mehr zu kiffen. sehr gerne zu meiner liebelings-stoner playlist „weeeed“ auf spotify. soo..der andere vorsatz (welchen ich bereits zig-fach gebrochen habe) wäre es, weniger ein offenes buch zu sein. ich bekomme es einfach nicht hin meine geheimnisse für mich zu behalten. das innere wird wie eine fusselige hosentasche nach außen gestülpt..denke ich mir immer, wenn ich mich dabei erwische, wie ich wieder mal meinen mitstudenten von meinem wochenende zu detailreich berichte. meine lieblingsrubrik ist “fäkalgeschichten”. da ich bei dem “einfach mal die fresse halten”-vorsatz eh schon so kläglich gescheitert bin, wieso es dann bei einem misserfolg belassen?
ich werde die scheinbare misere feiern und mit viel tamtam manifestieren. ich mache es genau gleich wie schon als kind mit den löchern in klamotten..anstatt sie zu flicken, werde ich in diesen rumbohren, bis sie größer werden. macht das sinn? mir egal. es folgen anekdoten und schwänke aus meinem leben. tada!
-katja