BlutsbrĂŒder
du warst schon immer da, wirst auch immer ein Teil von mir bleiben, habâ zwar nie danach gefragt, aber ich hab da nichts zu entscheiden. und manchmal denk ich nur selten an dich, fĂŒhl mich mutig und befreit, aber egal, was ich auch tue, dein Schatten legt sich ĂŒber meine Unbeschwertheit,
legen Last auf meine schwachen Schultern und ziehen mich wieder und wieder runter, Tag fĂŒr Woche, Monat fĂŒr Jahr, wie es schon immer war.
dabei wĂŒnschte ich, es wĂ€re einfach. es wĂ€re glĂŒcklich, einfach, familiĂ€r, es wĂ€re so, wie es als Kinder mal war, so, wie es im Bilderbuch wĂ€r.
aber du hast dich verĂ€ndert und irgendwie bist du nicht mal selbst daran schuld, aber irgendwie bist du auch nicht unschuldig. du hast unsere Familie verĂ€ndert, und die Art, wie wir handeln, wie wir miteinander umgehen, hast unseren Alltag verĂ€ndert, unsere TrĂ€ume, unsere Ăngste, hast mich verĂ€ndert, meine Sorgen, meine Art zu denken, meine Art zu fĂŒhlen, meine Bedenken.
Du hast alles verĂ€ndert und doch bist du der Einzige, der jedes Mal bei Kaffee und Kuchen von frĂŒher erzĂ€hlt, alte Geschichten zum Leben erweckt, als wĂ€re die Bilderbuchfassade nie zerbröckelt, als wĂ€re alles friedlich und in bester Harmonie dabei war es das in den letzten sechs Jahren nie.

















