Musik, die Musik macht’s aus. Versetzt dich in andere Welten, bewegt Gefühle, versetzt Steine, bringt Blut in Wallung und Bewegung. Die Musik, die Musik macht’s.
Ich war vorhin traurig. Ich war traurig weil ich realisiert habe, wie lange Shila schon gar nicht mehr unter uns weilt, aber ihr Grinsen, das Grinsen auf ihrem Gesicht, das man auf dem Bild in Marijas Zimmer sehen kann, da strahlt sie wie die Sonne. Sie weilt unter uns, irgendwo in unserem Herzen, aber ich fasse es nicht, wie ich ihren Geburtstag habe vergessen können. Ich habe irgendwie so wenig Bezug zu ihr, habe sie schon fast vergessen, denke ich aber daran, wie lange sie schon verstorben ist, da kommen mir die Tränen. Da werde ich ganz still und einfühlsam, ganz zurückhaltend und sentimental. Sie ist nicht mehr hier, sie war es, aber sie ist es nicht mehr. Also frage ich Akiro, ach Akiro, du vermisst sie doch auch, hab ich Recht? Auch wenn es nur zwei Jahre waren, du musst sie doch noch kennen, unsere Engelshündin, wie geht’s dir damit? Kommst du klar? Vermisst du sie? Weißt du überhaupt noch, wer sie ist? Wie erging es dir, danach, so allein, wie erging es dir eigentlich, nachdem du plötzlich so alleine, ohne diese Mutter warst? Mensch, das muss dir wehgetan haben. Darüber habe ich noch nie einen Gedanken verloren, was für eine Mutter du mit ihr verloren hast. Das tut mir leid, das tut mir wirklich und wahrhaftig leid, dass ich da noch nie darüber nachgedacht habe. Ich hoffe es tat nicht zu sehr weh. Ich habe dich viel zu oft viel zu sehr vernachlässigt, so kommt es mir vor, so viele Tage, aber viel Zeit widme ich dir gar nicht. Und wenn du auch weg bist, eines Tages, wenn du eines Tages plötzlich auch weg bist, ja da werde ich ein Messerstich in meinem Herzen fühlen. Das wird ein Hieb der besonderen Sorte, weil ich mir Vorwürfe machen werde, weil ich es bereuen werde und mich fragen werde, wo die Zeit hin ist, wo ist all die Zeit hin, warum hab ich sie nicht mit dir verbracht, warum habe ich nicht dein wundervolles, flauschiges Fell gestreichelt, als ich noch konnte, und wieso, wieso zur Hölle nehme ich dich als so selbstverständlich wahr. Ich werde mich fragen, ob ich genug Bilder von dir in meinem Herzen trage, ob ich dir Bruder und Vater und Beschützer genug war, ich werde mich fragen ob ich dir jemals genug war, oder ob ich dich schlicht und einfach im Stich gelassen habe. Es tut mir so leid Akiro, es tut mir so leid, dass ich dir kein besserer Freund war. Es tut mir so, so leid. Mensch, wieso weine ich eigentlich? Ich bin doch da, er, du bist doch da, wir sind beide da, ich kann dich jederzeit in den Arm nehmen. Diese Zukunft aber, vor dieser Zukunft habe ich so viel Schiss und damit kann ich nicht umgehen, welche Schmerzen ich davontragen werde. Es tut mir so leid, fuck, es schmerzt so sehr, wenn ich darüber nachdenke, wie sehr ich dich vermissen werde. Ach Shila. Du hast uns viel zu früh verlassen. Es tut mir so leid, dass ich dich nicht mehr in meinen Arm nehmen kann. Ich hab so viel Liebe für dich übrig, so viel Liebe, warum bist du nicht mehr da? Es tut mir so, so leid.