Man lebt in die Breite, nicht mehr in die Tiefe.
Zitat aus dem Werk “Homo Absolutus. Nach den Kulturen” von Frank Lisson

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Man lebt in die Breite, nicht mehr in die Tiefe.
Zitat aus dem Werk “Homo Absolutus. Nach den Kulturen” von Frank Lisson
Wie kann einem Menschen, der über alle fünf Sinne verfügt, auch nur eine Minute seines Lebens langweilig sein?
Zitat aus dem Werk “Homo Absolutus. Nach den Kulturen” von Frank Lisson
Durch Angleichung, Verähnlichung der verschiedenen 'kulturellen Welten' und 'Weltgefühle' an ein alle anderen dominierendes wird es nicht zur völligen Vereinheitlichung, aber zum Verlust des 'eigenen Weltgefühls' zugunsten vieler fremder kommen. ... Wir verstehen zum Beispiel das 'arabische Weltgefühl' nicht, auch nicht das chinesische, sind aber überaus 'offen' dafür.
Zitat aus dem Werk "Homo Absolutus - Nach den Kulturen" von Frank Lisson
Die Wurzel der meisten Übel in Kultur und Gesellschaft liegt also in der Menge von Menschen und Dingen. Mit der Masse kam die Industrieware, mit ihr die Kulturindustrie, die Entwertung des Einzelnen, seine Vereinsamung, Anonymität in der Menge, die allgemeine Sinnleere. Masse ist Gift für die Entwicklung des Menschen, sie macht krank, gewaltbereit, nervös, sie zerstört jede Lebensqualität. Die Menge hat dem Menschen die Freude am Menschen genommen. Seine tiefste Natur sträubt sich gegen Vermassung und Verbilligungen aller Art. Enge erzeugt Aggression. Die Fülle treibt ihn zur Vernichtung. Er will allein sein, um sichtbar zu bleiben. Niemand fühlt sich in der Masse seinesgleichen wirklich wohl. Doch man erduldet sie wie eine Strafe, wie ein notwendiges Übel, ein unausweichliches Schicksal, als sei sie der Preis der Freiheit und des bequemen Lebens ohne Mangel. Masse ist ein gefährliches Experiment, denn sie nimmt den Menschen ihren Respekt voreinander, sie erzieht zur Menschenverachtung, zum Ekel. Hässliche, dumme und ungepflegte Menschen sind umso unerträglicher, je anonymer und zahlreicher sie uns umgeben. In der kleinen übersichtlichen Gemeinschaft toleriert der Einzelne mehr als in der Massengesellschaft. Die Großstadt, der Moloch, ist die Keimzelle des kulturellen Unbehagens und der eigentliche Ort der Entmenschlichung. In der Gestalt der Großstadt treffen Faszination und Ekel bedrückend aufeinander, hier tritt ihr Verhältnis wie nirgendwo sonst deutlich zutage. Mit dem Aufkommen der Masse und der Großstadt schwand die Qualität in allen Bereichen, alles wurde billiger, kurzlebiger, sinnloser.
Zitat aus dem Werk "Homo Absolutus - Nach den Kulturen" von Frank Lisson
... denn alles, was wir nicht selber sind, bleibt uns innerlich fremd.
Zitat aus dem Werk "Homo Absolutus - Nach den Kulturen" von Frank Lisson
Indem der Mensch per se geachtet werden soll, wird er auf die Stufe des Tieres degradiert, das allgemein mit einem Recht versehen wird, das es sich selbst nicht geben kann. Die Achtung vor dem Menschen wächst doch nicht durch sittliche Verordnung von Grundrechten, die dem Menschen den Ansporn nehmen, sich durch sein Verhalten Anerkennung und Achtung zu erwerben. Dadurch erst wächst die Achtung vor dem Menschen. Die gutgemeinte Nivellierung aller und die Proklamation von 'Grundrechten' macht den Menschen eher bequem gegen sich selbst, und beides schützt ihn auch nicht vor der Verachtung seiner Mitmenschen. Vielfach müssen wir erleben, dass sich Menschen auf ihr Recht auf irgendetwas zurückziehen, sich aber weigern, etwas zu leisten, das sie berechtigt, dieses Recht in Anspruch zu nehmen.
Zitat aus dem Werk "Homo Absolutus - Nach den Kulturen" von Frank Lisson
Wer keinen Stolz mehr hat oder nie einen in sich verspürte, nimmt jede Erniedrigung hin, denn es regt sich keine Würde in ihm, die ihn davon abhielte. Vielmehr kennt er nur noch, wie der Hund oder das Pferd, jene Aufgaben, die triebgesteuert oder anerzogenermaßen verrichtet werden. Der Stolz jedoch ist eine menschliche Leistung, die ihn genau gegen diese beiden Formen des stumpfen Dahinlebens aufbegehren und den Menschen dadurch freier sein lässt als das Tier es jemals sein kann. - Verlust an Stolz bedeutet deshalb stets einen Verlust an Kultur.
Zitat aus dem Werk "Homo Absolutus - Nach den Kulturen" von Frank Lisson
Denn alle Identität und individuelle Empfindung entsteht durch Abgrenzung vom Anderen, durch erlebte Verschiedenheit. Wer also Gewalt gegen die 'neue Normalität' beklagt, sollte bedenken, dass es sich dabei vor allem um eine instinktive Reaktion handelt.
Zitat aus dem Werk "Homo Absolutus - Nach den Kulturen" von Frank Lisson