Heute kam die E-Mail meines Anwaltes, auf die ich die ganze Woche gewartet habe. Als Anhang: Schmerzensgelddurchsetzung gegen die Täter + Klageerhebung wegen Opferentschädigung.
Ich dachte, dachte wirklich, ich komm damit klar. Bin in Therapie, versuch zu lernen, mit all dem Scheiß umzugehen. Tu alles, um wieder irgendwie ein geregeltes Leben nach der Tat führen zu können, doch dass mich solche Sätze, wie sie dort stehen extremst triggern, daran dachte ich nicht.
Kurz vorm Heulen, aber wen interessierts?
Immerhin interessiert es ja auch nicht wirklich, dass man mit 2 Messern bedroht wurde, so bedroht, dass man es nicht überlebt hätte - obwohl die Rettungswache nur 100 Meter entfernt ist - wenn die Täter zugestochen hätten.
Nein, stattdessen muss ein Geschädigter sämtliche Anwaltskosten selber tragen. Ein Täter bekommt vom Staat einen Pflichtverteidiger zugewiesen. Ein Geschädigter rennt von Anwalt zur Therapie, zum Anwalt zur Therapie, versucht sein Leben dazwischen irgendwie wieder in die Reihe zu bekommen. Täter bekommen im Knast sämtliche Hilfestellungen, um ein Leben nach der Haft zu führen. Geschädigte haben Lebenslang mit den Folgen und Beeinträchtigungen zu kämpfen. Täter sitzen Ihre Haftstrafe ab & können danach weitermachen wie zuvor.
Es ist so traurig und armselig in Deutschland, in dem Geschädigte, die einfach nicht getan haben, für alles bezahlen müssen, während die Täter jede Hilfestellung bekommen.
Ich könnt' nur noch Kotzen. Schreien. Heulen. Mich besaufen...