Manchmal rutscht einem eine Art zu denken heraus, von der man nicht einmal wusste, dass man sie hat. So kommt der wunderbare Zustand zustande, auf ein „Wie geht’s?“ mit „sehr gut“ zu antworten und kurz darauf zu erklären, einem gehe es so gut man will. Zwar scheinen manche solcher Einfälle vor dem deutschen Ohr oder Auge nicht genial, weil sie mit harscher Meinung den schizophrenen Charakter der deutschen Sprache aufdecken, doch in den meisten Fällen fehlt es schlicht an Geduld, um sich befriedigend auszuführen. Will man also nach dem Lesen von Nietzsche eine eigene Theorie des Übermenschen anbringen, so muss man Gelassenheit mitbringen, da nicht jeder weiß, wie wichtig Nitzsche ist. Spricht man zu einem, der Nietzsche nicht liest, so spricht man häufig zu einem Gegenwarts-Junkie. Je nachdem, wo diese Person aufgewachsen ist, befindet sie sich geistig entweder im Geiz des Kapitalismus oder verharrt im sinnlosen Kreisen des Materialismus. Will man zum Materialisten sprechen und vom Übermaterialismus reden, darf man nicht verwundern, wieviel Psychose man antrifft. Hingegen zum Kapitalisten zu sprechen hat keinen Sinn. Kapitalismus muss sich erst zum Materialismus entwickeln, bevor man damit kommuniziert. Man kann daher mit den Kapitalisten über Materialismus reden, aber sich, wie gesagt, nicht über Übermaterialismus unterhalten. Leider befinden sich viele Menschen noch im Zustand des Kapitalismus. Statt nach vorne zu schauen, sehen sie nach hinten, schielen dorthin, wo ihre Eltern waren und vertuschen ihre Gegenwärtigkeit, sodass sie nicht einmal wissen, wo sie sind. Mit einem Materialisten zu sprechen, der seinen eigene Bosheit übersieht, hat daher auch keinen Sinn. Redet man hingegen mit einem Materialisten, der seinen Körper im Spiel der materialistischen Wirtschaft begreift und einem, der versteht, dass körperliche Behinderung für das Böse dieses Materialismus verantwortlich ist, hat man erst die Chance, gemeinsam das Übermaterialistische zu erörtern. Daher glaubt mir, wenn ich sage: über den Übermaterialismus spricht man nicht mal eben, aber wenn man über ihn spricht, so disputiert man über die einzige Ethik, die der Materialismus übrig blieben ließ.