Irrelevant, zu elitär, verantwortlich für den Niedergang der Vernunft: Der Philosoph Foucault steht heute oft in der Kritik. Die Soziologin
seen from United States

seen from United States

seen from Australia
seen from Russia
seen from Venezuela
seen from United States
seen from Ukraine

seen from Malaysia

seen from Malaysia

seen from India

seen from South Korea

seen from United Kingdom
seen from United Kingdom

seen from Saudi Arabia

seen from United States
seen from Ukraine

seen from United States
seen from China

seen from Germany
seen from India
Irrelevant, zu elitär, verantwortlich für den Niedergang der Vernunft: Der Philosoph Foucault steht heute oft in der Kritik. Die Soziologin
It starts with a mark...
Jacques Derrida, Mal d’Archiv, engl. Archive Fever, dt. Dem Archiv verschrieben (1997). Scheint ganz simpel anzufangen, aber schnell verliert man sich in einem fiesen poststrukturalistischen Labyrinth und landet, naja klar irgendwie, bei der Psychoanalyse, durch die man dann durch muss, um überhaupt wieder irgendwo hin zu kommen.
In diesem Film-Essay sieht man fast nur Bilder von Bibliotheken statt von Archiven, aber whatever. Und eigentlich würde mich das Buch interessieren, nur... Derrida lesen ist so sauschwer.
V karnevalu je subjekt vymazán: uskutečňuje se zde struktura autora jako anonymu, který tvoří a sám sebe přitom vidí, jako já a jako druhého, jako člověka a jako masky.
Julia Kristeva: Slovo, dialog a román / Texty o sémiotice /
Die Liebe zum verlorenen Objekt und der Todestrieb sind in der Begierde unauflöslich miteinander verstrickt.
Catherine Belsey: “Poststrukturalismus”, S.134
Die Ideologie ist innerlich; wir sind ihre Auswirkungen; wir zitieren sie unabsichtlich jedesmal, wenn wir das 'Selbstverständliche' erneut bestätigen.
Catherine Belsey: “Poststrukturalismus”, S.57
Das vitale Interesse des Subjekts ist es, nicht die Wahrheit zu hören, genauso wie es das vitale Interesse des Diskurses ist, die Auflösung des Rätsels in der Schwebe zu lassen.
Roland Barthes: “S/Z”, S. 177
»If your only hope is simply peace and love, you end up discarding most of what you're made of. All fantastic images, they only are apparent. Promoted by desperate hope and the need to share it.« – Bad Religion Es ist ungefähr 20 Jahre her, dass ich mir was von Bad Religion gegeben habe, merke aber jetzt; diese alten Herren sind im postmodernen Wahnsinn voller Behauptungen und Nicht-Eingelöstem, weil nur um sich selbst kreisend, mit Nachdruck zu propagieren. Grade die "No Substance" von 1998, stellt für mich persönlich rückblickend das letzte Lebenszeichen dieser Epoche dar, in der es mir/uns eben genau darum ging: man bemängelte das Fehlen jeder Substanz! Man war gegen den Krieg, meist auch gegen den Staat und gegen die Polypen, lästerte über fehlende Authentizität, über den Schönheitswahn und eben über das "Unechte", während man gleichzeitig längst Twin Peaks, oder später dann Donnie Darko, ohne jeden Widerspruch seinen Glauben schenkte. Pre-9/11 Unbeschwertheit. So undifferenziert und dumm dieses Getue zu der Zeit längst war, so notwendig und ideologiekritisch müsste es heute wieder, durchaus mit anderen Vorzeichen, in Erscheinung gebracht werden. Leider habe ich mich selbst in den 90ern vollständig von der Menge an Quatsch einwickeln lassen und geglaubt, Merzbow, Jandek, David Lynch und Rene Magritte seien die Bretter, die die Welt wirklich bedeuteten, und dass auch sonstige vom Himmel gefallene Abstraktionen der Quell für meinen zukünftigen, ästhetisch-geweiteten Horizont wären. Dabei waren mir die Leute die keine 80er und 90er U.S.-Teenage-Highschool-Filme und deren Soundtracks mochten, insgeheim immer äußerst suspekt. Falls ihr Typen das also lest: könntet ihr jetzt Nichts, bzw. John Cage hören und was darüber schwurbeln, aber nicht in meine Richtung, bitte? Realitätsverweigernde Fans der Gegenaufklärung gibt es mittlerweile mehr als genug in jedem Milieu und in auch in jedem Land. Die Evolutionstheorie wird ab 2019 aus den türkischen Lehrbüchern verschwinden, die schmerzhaft erkämpften Rechte der Frauen werden dieser Tage selbst in den aufgeklärtesten Ländern massiv beschnitten und relativiert, Kommunikation und Sprache wird zunehmend ausgehöhlt, sodass nichts mehr etwas, bzw. alles dasselbe, und somit rein gar nichts mehr bedeutet. Dagegen zu sein ist sehr mühsam, macht aber in wenigen Momenten auch ein bisschen Freude, denn evtl. könnte man das eigene Attest, diesem Irrsinn eben nicht gänzlich verfallen zu sein, sogar Empowerment nennen. So wie es auch empowernd sein kann, mitten in der Nacht einen alten Bekannten, einen ehemaligen, sich andauernd in die befreundete WG selbsteinladenden Nachbarn, bei seinem 20. Feierabendbier in einer Eckkneipe zu treffen. Er kann sich zwar nicht mehr an den Namen erinnern, denn 13 Jahre sind scheinbar zu lang, lacht aber immer noch angeregt mit mir darüber, wie er einst einen mit Kerosin (!) gefüllten Schokoladenweihnachtsmann zusammen mit einer Packung roher Eier in einer Mikrowelle hat hochgehen lassen (wovon auch ein Video existiert) oder wie unser Bier durch die Decke in seine darunterliegende Wohnung suppte. Das waren die sogenannten Nullerjahre und die gelten schon heute bei vielen als erzkonservativ. Um aber Max Horkheimer zu zitieren, der das bereits in den 60ern schon wusste: »Heute kommt es aber allein darauf an, zu retten, was von der persönlichen Freiheit noch übrig ist. Radikal sein heißt heute konservativ sein. [...] Cybertranseinhornkatzen mit einem Schwanz, nicht ficken zu wollen, macht einen heute jedoch bereits zu einem Rechtsradikalen.«
Vielleicht stellt sich am Ende als die unwiderstehlichste, nie befriedigte Leidenschaft die Wissbegierde heraus, also die Sehnsucht, die von der symbolischen Ordnung gesetzten Grenzen zurückzudrängen.
Catherine Belsey: "Poststrukturalismus", S.92