ich hätte sie niemals berühren dürfen.
es ist eine menschliche natur
sich geistlos der schönheit zu widmen,
mit ihr zu spielen,
und sie zu zerstören.
© j.k / gedankensprache
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ich hätte sie niemals berühren dürfen.
es ist eine menschliche natur
sich geistlos der schönheit zu widmen,
mit ihr zu spielen,
und sie zu zerstören.
© j.k / gedankensprache
Tag 993 / Abstinent eingeliefert
Tag 1056 / Auf der Schwelle zu den Selbstverlierern
Hafenstadt Ende der Nullerjahre Bewusst erlebend, dass alles schwindet. Konzentration, Denk-, Merkfähigkeit, dass alles schwer fällt - aufstehen, essen, etwas aus der Tasche rausholen, Schuhe zubinden, einkaufen gehen... Mein derzeitiger Zustand erinnert mich daran.
Eben das Musikabspielgerät mit Abstinenzgravur zu Hause vergessen. Gestern extra neue Playlist angelegt, um mir selbst zu helfen, die zwei Stunden Fahrt erträglicher zu machen. Innerlich auf mich schimpfend. Spät dran und dann auch noch das!
Übelkeitsschübe am Morgen, Schwitzattacken, Anfang der Woche oft den Impuls, mich zu schütteln, inneres Zittern, Atembeklemmung.
Zum Arzt zu gehen wegen Krankschreibung, Wartezimmer, da anrufen und da, erscheint noch viel qualvoller, als mich durch den Tag zu quälen.
Bei AA sagen manche manchmal, dass hier die Gewinner sitzen. Oder dass er/sie nur trocken geblieben ist, weil er/sie sich an die Gewinner gehalten hat. Oder dass er/sie zu den Gewinnern gehören will. Ich möchte auch nicht zu den Verlieren gehören, zu den Selbstverlierern, verlieren an meinen falschen Ansprüchen.
/
Clueso Gewinner https://www.youtube.com/watch?v=ufWZOjGD1sk
Tag 993 / Abstinent eingeliefert
Tag 654 / Abgehetzt am Überlaufen
- Am 7.12. vergessen zu posten, dass ich da 21-monatiges Trockenheitsjubiläum hatte. - Einkäufe schon mehrmals im Flur abgestellt, nicht ausgepackt, obwohl einiges in den Kühlschrank musste. - Jede Nacht später ins Bett, jeden Morgen / Vormittag spät raus. - Kein Gefühl für den Wochentag. - Klinikzeit so weit weg, als ob das gar nicht stattgefunden hat. Träume aber davon. - Bekomme manche Aussagen anderer in Meetings gar nicht mit, auf die ich später angesprochen werde. - Erlebe mich zwischenzeitlich als stumpf, abgespalten, obwohl ich ja trotzdem weiterhin ab und zu heftige Gefühlsausbrüche habe. - Mail an mich selbst mit Ergänzungen zum Tag 650-Eintrag übersehen. - Ideen, Gedanken entgleiten mir öfter schnell. - Ständig Handykalendereinträge von einem auf den anderen Tag verschieben, weil zu viel vorgenommen, nicht mitbekommen oder aus anderen Gründen. - Einen Koffer weiterhin halb-unausgepackt im Schlafzimmer liegen. Alle wichtigen Papiere aus dem Rucksack unsortiert im Flur. - Bin gar nicht erleichtert nach dem Reden in Meetings. Immer den Eindruck, ich müsste so viel loswerden. Aber wenn ich dran bin, fällt mir nicht alles ein oder ich bin gehemmt. - Manchmal erstaunt vom eigenen Antrieb. Mache Dinge, obwohl ich dabei fluche, weil ich mir einrede, ich müsse sie machen. - Lese kein Buch mehr, schreibe nicht mehr ins Notizbuch, mache kaum Fotos, wie damals Suchtklinik-Zuhause-Vergleich. - Blogge häufiger aus einem Müssen als aus einem Wollen heraus. - Esse quasi gar kein Gemüse, höchst selten Obst. - Meist nur zwei Mahlzeiten am Tag, die letzte dann übergroß. - Antidepressivaüberdosierung? - Ganz gewöhnliche Anpassungs- und Umstellungsschwierigkeiten nach dem Umgebungswechsel?
Ich halte an Kleinigkeiten fest.
An solchen die mir Hoffnung geben und an solchen, welche sie mir nehmen.
Du sagst, dass wir Freunde sind.
Trotzdem meldest du dich nicht bei mir.
Trotzdem wissen wir so gut wie gar nichts voneinander.
Trotzdem habe ich das Gefühl, dass du mir aus dem Weg gehst.
Trotzdem würde ich sofort deine Hand halten, sobald du sie mir gibst.
Trotzdem interessierst du mich mehr, als all die anderen.
Trotzdem würde ich mich, wenn ich die Wahl hätte, für dich entscheiden.
Trotzdem ist es seltsam zwischen uns.
Trotzdem sind all diese Dinge passiert, die mich immer wieder in meinen Gedanken und Träumen heimsuchen.
Trotzdem bist du nicht ehrlich zu mir.
Trotzdem verstehe ich dich gar nicht, auch wenn ich es doch so gut tue.
Trotzdem wünschte ich mir, ich würde mehr für dich sein.
Du sagst, dass wir Freunde sind... Doch weißt du was?
Freunde küsst man nicht so.
بِسْمِ اللَّهِ الرَّحْمَٰنِ الرَّحِيمِ اقْتَرَبَ لِلنَّاسِ حِسَابُهُمْ وَهُمْ فِي غَفْلَةٍ مُعْرِضُونَ
Nahegerückt ist den Menschen ihre Abrechnung, während sie sich in Unachtsamkeit abwenden.
Al-Anbiyaa (21:1)