Berlin: Meisterschaft II, Part III.
Das Video von der Siegerehrung kann ich mir übrigens nicht gut angucken. Dass man sich selbst auf Bewegtbild nicht prall findet, ist ja klar. Aber im Mini-Schlüppi, mit 50 Kilo und am heulen – das ist schon hart an der Grenze. War aber auch fies, in so einem emotionalen Moment den Paul-Walker Tribute-Song zu spielen:
Du hast vorher ne Menge Schokolade gegessen, schüttest deswegen eine noch größere Menge Endorphine aus, darfst endlich aufhören zu Posen (und dementsprechend wieder atmen) und merkst, dass sich 6 Monate wirklich harte Arbeit doch irgendwie bezahlt gemacht haben. Mit der Schminke ist in diesem Moment auch all die Anspannung von mir geflossen. Im Publikum haben meine Lieben gejubelt und vielleicht war ich dann auch ein bisschen aufgeregt, weil Réka Lajgut den Pokal überreicht hat, für die ich ja nen kleinen Girls-Crush habe.
(Rangezoomt sieht das übrigens so aus:)
Nach einem wirklich lieben und langen Applaus haben wir Mädels die Bühne verlassen und ich war mehr als happy, Backstage direkt Sabrina in die Arme zu fallen, die vielleicht sogar noch ein bisschen glücklicher war als ich (vielleicht auch, weil sie endlich nicht mehr schreien musste). Auch Heiko hat mich mehr als stolz in den Arm genommen und Marcus, mein Coach war auch gleich strahlend zur Stelle.
Wir haben schnell ein paar Erinnerungsbilder geschossen und in dieser Zeit ist übrigens auch meine Teamkollegin Jenny Erste in ihrer Klasse geworden. Ziemlich cool. Und ziemlich uncool zugleich, denn da war klar, dass Jenny und ich wenige Minuten später nebeneinander auf der Bühne stehen würden – im Gesamtsiegerstechen aller Bikiniklassen.
Bohr, nochmal da raus? Der Pokal reicht doch eigentlich, hab ich noch gedacht. Viel mehr aber auch nicht, denn ganz plötzlich ging es wieder los. Es hat gerade noch für einen Drücker gereicht, bis Jenny und ich wieder auf die Bühne mussten.
An diesen Teil kann ich mich ehrlich gesagt wenig erinnern. Ich schätze, das Adrenalin hat mein Gehirn gelöscht und ich habe ab diesem Moment nur noch im Automatik-Modus funktioniert. Was ich allerdings noch weiß: Sabrina saß zu diesem Zeitpunkt fast dem linken Kampfrichter auf dem Schoß und hat dermaßen laut in Richtung Bühne gebrüllt, dass man sie kurzzeitig verwarnt hat. Mir war auch nach Brüllen zumute. Wie kann man Justin Bieber spielen und dabei erwarten, dass die Mädels auf der Bühne lächeln??
Trotz Justin Bieber hat diese Runde auf der Bühne am meisten Spaß gemacht. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mit dem Sieg in meiner Klasse schon so viel mehr erreicht, als ich je gedacht hätte – und zum anderen war es auch ein wunderschöner Abschluss, dort gemeinsam mit Jenny zu stehen. Wir haben uns als Team immer sehr gut verstanden und so war es in diesem Moment völlig egal, wer den Pokal mit nach Hause nimmt. Trotzdem haben wir beide noch ein letztes Mal versucht, alles zu geben. Und ca. zweieinhalb Minuten später, war ich tatsächlich Berliner Gesamtsiegerin 2015.
Und dabei hab ich einige Stunden zuvor draußen noch Witze drüber gerissen:
Jenny und ich sind uns jedenfalls in die Arme gefallen und natürlich sind auch da (und das ganz ohne Paul Walker Musik) alle Dämme gebrochen.
Was danach noch alles passiert ist, kann ich nur noch so halb wiedergeben. Wir haben Unmengen an Fotos geschossen, ich habe mit so vielen netten Leuten gesprochen, mit all meinen Lieben Begleitern gelacht und mich gefreut, dass ich so viele tolle Menschen an meiner Seite hatte, die diesen kleinen Sieg gemeinsam mit mir genossen haben.
Wir haben uns nach einem kurzen Team-Essen noch auf den Weg Richtung Hamburg gemacht und den Tag Revue passieren lassen. Ich bin nachts todmüde ins Bett gefallen – und am nächsten Morgen immer noch schokoladenbraun aufgewacht.









