Fantasy-Schreibblog | Begleitend zu meinem neuen Roman und zum Schreiben allgemein | Fantasy für Erwachsene | mal nachdenklich, mal amüsant, mal ernst, mal leicht verrückt
Mostly German, with occasional English translations.
Fantasy writing blog | accompanying my new novel and writing in general | fantasy for adults | sometimes thoughtful, sometimes amusing, sometimes serious, sometimes a bit quirky
Wieder am Schreiben: ein Fantasyroman für Erwachsene
Ich schreibe wieder! Nach einer Pause von einigen Jahren.
Es wird ein Fantasyroman für Erwachsene, und gerade bin ich am Planen und Plotten.
Und dieses Mal will ich nicht nur alleine vor mich hinschreiben (abgesehen von der einen oder anderen kleinen Diskussion mit meinen Charakteren😉), sondern hin und wieder einen Gedanken teilen, einen Fortschritt (oder einen Rückschritt), Notizen und Überlegungen. Und auch den einen oder anderen Einblick in meinen Schreiballtag.
Wenn du Lust hast oder neugierig bist, begleite mich ein Stück.
Figurenentwicklung leicht gemacht... Oder nicht so ganz.
(Easy character development... or not so much.)
Heute habe ich meinen Figurenbogen für meine Fantasy Charaktere überarbeitet. Es sind nun 77 Textfelder zum Ausfüllen. Und ehrlich gesagt fühlt sich der Bogen immer noch nicht vollständig an.
Today I revised my fantasy character worksheet. I now have 77 text fields to fill in. And, truthfully, it still doesn't feel complete.
POV: Deine Figuren fangen an, eigene Entscheidungen zu treffen…
(Your characters start making their own decisions…)
(English translation at the end.)
Ich bin gerade dabei, meine Protagonistin (die immer noch X heißt…) zu entwerfen, und zudem einen zentralen Nebencharakter (nennen wir ihn mal C).
Zwischen X und C besteht, als Nebenplot, großes Potenzial einer Romanze. Ich habe viel darüber nachgedacht, in welchen Punkten die zwei zusammenpassen und wo die Konflikte liegen. Habe überlegt, welche kleinen Details überhaupt zu einer positiven Beziehung führen könnten. Habe diesen ganzen Plan, wie die zwei zusammenfinden könnten…
Parallel zu den Figuren plane ich schon einzelne Szenen und Fragmente für den Plot – aus dem, was sich aus den Figuren ergibt.
Und plötzlich kommt diese eine Szene, in der X potenziell jede Chance auf ein „gutes“ Ende mit C vollkommen zerstören könnte. Und ich denke nur: Nein! What the… Tu das nicht!
Und aktuell weiß ich tatsächlich nicht, ob sie es wirklich machen wird – und wie das Ganze endet.
Argh…😟🙈
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Currently, I’m in the process of creating my protagonist (I still call her X…) and a central supporting character (let’s call him C).
There’s huge potential for romance between X and C (in a subplot).
I’ve thought so much about how they complement each other and where there’d be conflicts. Thought about how they could end up together at all. I have this whole plan…
Alongside the characters I’m also thinking of individual scenes and plot fragments – based on whatever follows from the characters.
And, suddenly, there is this one scene in my head where X potentially destroys any chance at ever having a “good” ending with C. And I’m just like: No! What the… Don’t do this!
And right now, I don’t know if she’ll do it – and how the whole thing will end.
Er ist noch lange nicht "fertig". (Wird er vermutlich auch nicht, weil ich immer was zu beanstanden habe. 😅)
Auf jeden Fall macht es Spaß, an ihm zu arbeiten. In Bild und Text.
He isn't "ready" yet. (He probably will never be, because there is always something I find fault with. 😅)
In any case, it's fun to work on him. Both visually and in writing.
Da der fertige Plot meiner Geschichten immer auf den Figuren (bzw. der Hauptfigur) basiert, kommen diese bei meiner Planung zuerst. Und da es für mich einfach Teil meiner Vorgehensweise ist, einige Figuren zu zeichnen (mehr oder weniger gut), werde ich vermutlich hier auch noch einige Bildchen posten.
WIP | Meine aktuelle Protagonistin (My Current Protagonist)
Ich wollte meine Protagonistin einfach mal ganz grob skizzieren. Dann habe ich immer ein bisschen weiter und ein bisschen weiter gemacht. Und vermutlich werde ich so auch weiter machen. 😅
I wanted to do a rough sketch of my protagonist. Then I kept adding a little more and a little more. And probably I'll continue doing so. 😅
Den richtigen Fantasy-Namen für deine Hauptfigur finden
Eine Anleitung in 17 einfachen Schritten. (Oder so…)
Schritt 1
Motiviert an die Arbeit gehen. Ein paar Buchstaben zusammenmixen. Silben kombinieren. Anagramme bilden.
Schritt 2
Deine letzte Liste frustriert in kleine Stücke zerfetzen.
Schritt 3
Erstmal einen Kaffee (optional: Tee) trinken.
Schritt 4
Erneut versuchen.
Schritt 5
Je nach Temperament – entweder innerlich oder gut hörbar schreien. Optional: Kreatives Fluchen.
Schritt 6
Erstmal aufgeben und einen Platzhalter für den Namen verwenden.
Schritt 7
Es erneut versuchen. Aber in Albernheit abrutschen und nur noch absolut alberne Namen finden.
Schritt 8
Erstmal einen Kaffee oder Tee trinken.
Schritt 9
Sich für den Namen entscheiden, der einem schon am Anfang in den Sinn kam.
Schritt 10
Feststellen, dass man den Namen nicht verwenden kann. Weil es ihn schon gibt. Oder weil er etwas wirklich Beleidigendes in einer anderen Sprache bedeutet. Oder aus anderen Gründen. (Es gibt hier so viele Möglichkeiten. 🙌)
Schritt 11
Wieder von vorne anfangen.
Schritt 12
Ernsthaft in Betracht ziehen, den Platzhalter als Name zu verwenden.
Schritt 13
Alle möglichen absurden Methoden erfinden, mit denen man Namen erstellen könnte.
Schritt 14
In Betracht ziehen, im Kaffeesatz oder in den Teeblättern einen Namen zu finden.
Schritt 15
Bloß nicht aufgeben!
Schritt 16
Aufgeben.
Schritt 17
Durch eine Verkettung von Zufällen und unmöglichen Ereignissen doch endlich, endlich, endlich den Namen finden. Alternativ: ihn einfach so finden. Wie auch immer.
müssen nicht unbedingt etwas mit der Geschichte zu tun haben.
sind mal komplex, mal banal, richten sich mal nach meinem Charakterbogen und dann wieder ganz und gar nicht.
stelle ich aus verschiedenen Rollen heraus. Denn die Antworten ändern sich, wenn sich die Beziehung ändert. Und allein das - wie sich eine Antwort ändert - sagt mir schon sehr viel über meine Protagonistin.
(Diesen Rollen habe ich Namen gegeben. Beliebige Namen. In dem Fall ist das nur eine Methode von mir, das Ganze übersichtlicher zu gestalten.)
Relevant in diesem Fall:
Tessa (Person, der die Protagonistin vertraut)
Merrik (Person, die die Protagonistin nicht kennt - eher neutrales Verhältnis)
Dan (Person, die die Protagonistin nicht ausstehen kann)
X (aktueller Platzhalter für den Namen meiner Protagonistin)
Interview - Ausschnitt
Tessa
Angenommen, du bist auf einem Boot. Auf weiter See. Verloren. Ohne Orientierung. Zwei weitere Personen sind bei dir. Ihr habt kaum noch Trinken übrig und kaum Essen. Was tust du?
X
Gute Frage. Ehrlich gesagt - keine Ahnung. Ich sollte vermutlich sagen: Hoffen, dass wir rechtzeitig Land finden. Aber... ist das realistisch?
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Merrik
Angenommen, du bist auf einem Boot. Auf weiter See. Verloren. Ohne Orientierung. Zwei weitere Personen sind bei dir. Ihr habt kaum noch Trinken übrig und kaum Essen. Was tust du?
X
Interessant. Warum fragst du?
Dan
Angenommen, du bist auf einem Boot. Auf weiter See. Verloren. Ohne Orientierung. Zwei weitere Personen sind bei dir. Ihr habt kaum noch Trinken übrig und kaum Essen. Was tust du?
X
Wärst du in diesem Szenario auch auf dem Boot?
Sie hält Blickkontakt. Ihr Mund lächelt, aber ihre Augen nicht.
X stellt sich die Frage selbst
Angenommen, du bist auf einem Boot. Auf weiter See. Verloren. Ohne Orientierung. Zwei weitere Personen sind bei dir. Ihr habt kaum noch Trinken übrig und kaum Essen. Was tust du?
X antwortet nur in Gedanken
Ich würde überleben.
Zweiter Gedanke (kommt sofort mit auf): Macht mich das zu einem schlechten Menschen?
Dritter Gedanke: Musst du das überhaupt fragen?
Vierter Gedanke: Was könnte man sonst Besseres von dir erwarten?
Fünfter Gedanke: Fuck you all!
Sechster Gedanke: Ist es so falsch, einfach leben zu wollen?
Siebter Gedanke: Nicht auf Kosten anderer!
Achter Gedanke: Ich habe mir diese Situation nicht ausgesucht! Und warum sollte ICH diejenige sein, die sich klein macht und aufgibt? Ich habe ein Recht darauf, für mich zu kämpfen.
Neunter Gedanke: Das sagen sie alle.
Zehnter Gedanke: Wer ist "alle"?
Elfter Gedanke: Na, solche wie du. Du solltest gar nicht existieren.
Zwölfter Gedanke: Und noch mal: FUCK YOU!
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Ok... Das Gespräch, das sie mit sich selbst geführt hat, ist etwas ausgeufert und hat sich verselbstständigt. Das ist PERFEKT. 😊 Genau solche Momente helfen enorm weiter, X besser zu verstehen und auch zu sehen, ob sie noch "Lücken" hat.
(Dieses "Fuck you" kommt nicht in die Geschichte, weil es sprachlich nicht passt. Aber jetzt, in der Charakterentwicklung, ist es als emotionaler Ausdruck ok.)
While watching an episode of Critical Role Campaign 4, there was this moment where the group was standing under the falling snow, and Occtis couldn't hear or feel it. There are many moments, probably much more obvious, that mark what happened to him, yet I don't know why in this specific moment, I saw his expression right in front of me, and it moved something inside me, so much so that I wanted to draw it 🖤
Ich finde diese Illustration sehr ansprechend. Sie fühlt sich für mich wie ein echter Moment an, etwas Unmittelbares. Das berührt mich. Und genau diese Art von Echtheit, von sinnlichem Detail, suche ich auch beim Schreiben.
I find this illustration very compelling. To me, it feels like a real moment, something immediate. That touches me. And exactly this kind of realness, this kind of sensual detail, is what I also look for when writing.
Ich habe auf meiner Festplatte alte Textfragmente und Kurzgeschichten gefunden. Und mit alt meine ich: Zumeist deutlich über 20 Jahre alt... Das war eine interessante und amüsante Fundgrube. 😅
Hier ein Ausschnitt, der mich zum Lachen gebracht hat: Es war einmal ein hässliches, kleines Großmütterchen. Sie lebte alleine und in großer Armut in einer prächtigen Villa im Moor. All ihre Freunde waren beim Versuch, ihrer Gastfreundschaft zu entfliehen, im Moor versunken und jämmerlich verendet. (von 1998)
Das war leicht skuril mit einem Charakter, der absolut nicht so reagiert, wie man es erwarten würde, als plötzlich ein vollkommen Fremder mitten in seiner Wohnung steht: Der Fremde lächelte und nickte mir freundlich zu. „Bitte entschuldigen sie mein unerlaubtes Hereinkommen. Ich dachte, sie würden mir nicht öffnen. Daher kam ich auf anderem Wege. Sie haben doch nichts dagegen?“ Ich nickte freundlich zurück und bat den Fremden mit einer Handbewegung ins Wohnzimmer. „Bitte, setzten sie sich doch.“ (von 1999)
Ein Fragment mit dem Titel "Die Gerechtigkeit der Gerechten": A. ist ein Monster. B ist ein Held. Eines Tages treffen sich A. und B. zufällig auf der Straße. B. schießt A. in den Rücken, als dieser an ihm vorbei gehen will. (von 1999)
Fragment mit dem Titel "Ein modernes Märchen": Ich bestelle ein halbes Hähnchen. Marie will lieber einen Esszimmertisch. Völlig abwegig! Ich schlage Zitroneneis vor. Warum so kompliziert? Lassen wir den Konflikt doch mal außen vor. Welcher Konflikt, will sie wissen. Keine Ahnung. Frag nicht, denk nicht. (2001)
Nochmal was skurriles. Ich hatte da wohl eine Phase 😉: Als ich sie das erste Mal sah, war ich blind. Ich stand unten im Garten, direkt neben dem Komposthaufen, trug eine rote Latzhose, Tennisschuhe und ein Erdbeertörtchen auf dem Kopf. In der linken Hand hielt ich die Asche meines Vaters und in der rechten einen Humpen Bier. (von 2001)
Ausschnitt aus einer etwas jüngeren Kurzgeschichte: Wie es wohl wäre, diese Locke zu sein? Hinab zu hängen und doch zu schweben. Federleicht über warme Haut zu streichen, die feinen Nackenhärchen zu kitzeln und sich von ihnen kitzeln zu lassen. Nachgiebig jeder Bewegung zu folgen und sich doch geschmeidig federnd den eigenen Willen zu bewahren. Vorsichtig könnte er sie berühren. Nicht mehr als ein flüchtiger Windhauch oder das sanfte Streicheln einer Feder. Vielleicht würde er auch auf der Feuchtigkeit ihrer Lippen verharren, den warmen Atem spüren und spielerisch nach ihrer Zunge tasten, darauf warten, dass sie ihre Hand hebt und nach ihm greift, ihn zur Seite streicht oder betastet, befühlt, in einer abwesenden Geste um den Finger wickelt. (von 2014)
Ich weiß, dass es irgendwo, von Hand geschrieben, auch noch wesentlich ältere Texte gibt. Irgendwann nehme ich mir vielleicht mal die Zeit, danach zu suchen. Jetzt gehe ich aber erst mal wieder in die Gegenwart zurück. 😉
Was habe ich eigentlich in all den Monaten und Jahren, in denen ich nicht wirklich geschrieben habe, getan? Denn… zu keinem Zeitpunkt hätte ich sagen können: „Schreiben ist kein zentraler Teil von mir.“ Das klingt seltsam. Und anstrengend. War es auch. Da war ständig dieses: „Ich will schreiben. Es gehört zu mir. Es ist in mir. Aber ich tue es nicht.“ Ich könnte jetzt endlos ins Detail gehen. Das psychologisch analysieren. Metaphern bringen. Vergleiche. Werde ich aber nicht. Und – will ich auch nicht mehr. (Zumindest nicht in der Form, dass ich es hier jetzt niederschreibe.)
Der Punkt ist: Habe ich noch etwas anderes getan, außer darunter zu leiden, nicht zu schreiben?
Japp. Habe ich. Ich habe endlos Texte zum Thema Schreiben gelesen, Videos angesehen, Tipps studiert. Man könnte nun sagen: klassische Vermeidungstaktik. Einerseits trifft das auch absolut zu. Andererseits war es enorm hilfreich.
Ich habe viel dazugelernt. Habe zum Beispiel begriffen, dass meine Protagonist:in nicht dem Plot folgen wird, sondern der Plot sie an ihre Grenzen bringen muss.
Ich habe auch erkannt, wie sehr ich es liebe, etwas Neues dazu zu lernen, zu analysieren, anzunehmen oder für mich persönlich als unpassend zu identifizieren.
Nur irgendwann kommt der Punkt, all das auch umzusetzen. Und einfach wieder zurück ans Schreiben zu gehen. Und es fühlt sich so toll an, diesen Punkt erreicht zu haben.
Jetzt heißt es nur noch: Dranbleiben. Schreiben. Weiterlernen. Und aufpassen, nicht alles zu Tode zu analysieren.
Letzteres wird eine Herausforderung werden. Let’s see how it goes.
Woran merke ich, dass meine Protagonistin ganz klar noch Arbeit braucht?
Ich wollte eine Aussage schreiben, die absolut typisch für ihre Art zu denken, wäre. Aber... Mir fällt kein Satz ein, der sich richtig anfühlt.
Ich kenne ihre Vergangenheit, ihre Gegenwart und zu einem Teil auch schon die Zukunft (also die Geschichte, die ich schreiben werde). Aber das allein reicht nunmal nicht aus.
Ich muss sie besser kennen lernen. (Mag nach Zwang klingen, aber ich freue mich tatsächlich darauf.)
Heute habe ich ein bisschen Worldbuilding betrieben.
Thema: Wie setzen sich Namen zusammen? Welche Namenszusätze gibt es?
Und was am Anfang ziemlich simpel klang, wurde dann doch etwas komplexer. Und was ich vor allem wieder festgestellt habe: Ein kleines Detail kann schon so viel über eine Welt aussagen.
Zum Beispiel die Tatsache, dass unverheiratete Frauen eine andere Ansprache haben als verheiratete – dies aber bei Männern nicht der Fall ist.
Und ja – meine Welt ist mal wieder eine patriarchische. Erst wollte ich genau dies nicht tun – gerade, weil es so typisch ist. Aber dann wurde mir klar: genau diese Art Welt passt nun mal zu dem, was ich schreiben will. Und etwas anderes zu erzwingen, nur weil es untypischer ist, macht keinen Sinn.
Nun muss ich nur noch entscheiden, welche genauen Details und Folgen daraus hervorgehen. Aber das wird Schritt für Schritt geschehen.