Tagebuch schreiben.
Johanna Taufner, eines unserer jüngsten Teammitglieder, begleitete in den letzten zwei Jahren als Bloggerin und Social Media Administratorin The Vienna Project.
Wenn Johanna gerade nicht an ihrer Masterarbeit schreibt, ist sie am Institut für Staatswissenschaft zu finden, wo sie als Studienassistentin arbeitet, oder im Zentrum QWIEN, wo sie als freie Mitarbeiterin bei diversen Projekten mit anpackt. Neben all ihrem Schaffen bleibt zunehmend weniger Zeit fürs Bloggen. Darum verabschiedet sich Johanna nun von The Vienna Project und Ildiko Meny wird fortan die Sozialen Netzwerke betreuen. Das Johanna geht, finden wir sehr schade. Ihre Dokumentation stellte ein zentrales Element des Projekts dar. Wir wünschen ihr auf ihren zukünftigen Wegen alles Gute und wollen uns recht herzlich für ihren grossartigen Einsatz im Projekt, die vielen Texte, die sie geschrieben hat, und natürlich für die gute Stimmung, die sie stets verbreitete, bedanken.
St.Pölten-Oswiecim-Wien
Nach ihrer Matura in Niederösterreich begann Johanna ein Volontariat im Auschwitz Jewish Center in Polen. Sie gab Führungen durch die Stadt - auf den Spuren jüdischen Lebens in Südpolen - organisierte Workshops und entdeckte ihr Interesse für historische Bildungsarbeit. Ein Jahr später zog sie nach Wien und begann mit ihrem Studium der Politikwissenschaft, in welchem sie sich auf Vergangenheitspolitik in Österreich spezialisierte. Nach Abschluss ihres Bachelorstudiums, bekam sie einen Anruf einer alten Bekannten, die sie während ihrer Tätigkeit im Jüdischen Museum kennengelernt hatte: „Du musst dich mit Karen Frostig treffen und The Vienna Project kennenlernen.“ Drei Wochen später saß sie mit der TVP-Direktorin im Café Ritter bei einer Tasse Melange. Kurz drauf stand fest: Johanna soll Teil des Teams werden und die Projektdokumentation übernehmen.
Auf unserem Blog, Twitter und Facebook schrieb sie über Mitarbeiter_innen des Projekts, Veranstaltungen und allem, was sonst noch anfiel. Dadurch behielt sie wie keine andere einen weitreichenden Überblick über den Komplex TVP. Ein Projekt, das durch seine Internationalität und die Mitarbeit verschiedenster Spezialist_innen aus Kunst und Wissenschaft, oft in seiner Gesamtheit schwer zu erfassen war. Der Blog und Johannas Interviews stellten dadurch zunehmend eine wichtige Basis für die externe Kommunikation und die interne Transparenz dar. Und durch ihre akribische Dokumentation wuchs ein umfassendes TVP-Archiv heran.
Aus einem anfangs kleinen Erinnerungsprojekt entwickelte sich TVP über die Monate zu einem großen Netzwerk bestehend aus Künstler_innen, Historiker_innen und Aktivist_innen. Dadurch stieg auch der Bedarf an Dokumentationsarbeit und zu Johannas großer Freude gesellte sich die Journalistin Margot Landl als zweite Bloggerin dazu. Margot wurde sofort ein wichtiger Teil des Projektteams und begann mit schneller Feder, weitere schöne Texte über die Menschen rund um TVP und seine Veranstaltungen zu schreiben. Ihre letzten Berichte verfassten die beiden über unsere Abschlussveranstaltungen und das Naming Memorial am Josefsplatz.
Während wir uns nun auf die Projektevaluation stürzen, an einem Dokumentationsvideo und einem Buch basteln, wird sich Johanna auf ihre eigene Forschung über den geschichtspolitischen Diskurs, um Opfern des Nationalsozialismus in Wien zu gedenken, fokussieren. Dafür wünschen wir ihr im Namen des gesamten Teams alles alles Gute!
















