Paprikacreme, oder: Was mache ich bloß mit schrunzligem Gemüse??
Ich weiß nicht ob es irgendjemandem schon mal aufgefallen ist.. ich hasse Paprika. Normalerweise gehört es ja zu DEN Dingen die einem in den Kopf schießen, sobald von Abnehmen, Rohkost usw die Rede ist, ich bekomme aber schon Ekel auf der Zunge wenn ich mir nur vorstelle wie ich in einen Streifen derselbigen beiße. Die Bitterkeit, der Geruch (der gekocht oder auf Pizza noch schlimmer und intensiver wird), die Konsistenz, der komische fluffige Kern mit den vielen Samen in der Mitte und die seltsam strukturierte Innenseite die so aussieht wie ich mir Gebärmutterschleimhaut am lebenden Exemplar vorstelle. Ja ok, entschuldigung, ich wollte euch jetzt nicht auch noch den Appetit verderben.
Fakt ist jedoch, dass Paprika super gesund ist und zudem einen sehr hohen Vitamin-C-Gehalt hat (nebst Kalium, Magnesium, Zink, Calcium, Flavonoiden,Vitamin A und B) ich weiß auch nicht, was mich geritten hat, aber ich habe mir als ich krank war doch tatsächlich welche gekauft -wahrscheinlich um der Gesundheit willen.
Leider war die Begeisterung für Paprika zu Hause dann doch nicht mehr ganz so stark wie noch im Laden und deshalb haben sie mich gestern sehr traurig und verschrumpelt aus ihrer Schale heraus angesehen. Da ich eigentlich lernen sollte hatte ich dann scheinbar nichts besseres zu tun, als mich ihrer anzunehmen und den lieben kleinen Paprika doch noch eine zweite Chance zu geben:
Ich präsentiere die Zutaten für selbstgemachte Paprikacreme:
3 alte Paprika, 1 alte Tomate, 130g Sonnenblumenkerne, Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Chili, Ingwer, 1TL Zucker, Wasser, 3EL Speisestärke, nach Bedarf Öl
Als erstes habe ich die Paprika aufgeschnitten, das Kerngehäuse entfernt und sie danach in ziemlich breite Streifen zerteilt. In der Zeit habe ich auf dem Herd Wasser zum kochen gebracht und den Siebaufsatz zum Dampfgaren auf den Topf gesetzt. Dort kamen die Paprika dann einige Minuten bei geschlossenem Deckel hinein. Danach in eine Schüssel mit kaltem Wasser zum abschrecken, anschließend habe ich ihnen die Haut abgezogen. Die Haut der Tomate konnte ich ohne Probleme einfach so abziehen. Beides kam dann in den großen Standmixer, in den ich zuvor gerade so viel Wasser gefüllt hatte damit er alles ordentlich mixt (bei zu wenig Flüssigkeit kann sich kein Strudel bilden der auch alles von ganz unten in die Klingen zieht). Darauf kamen die Sonnenblumenkerne, sowie sämtliche Gewürze. Danach alles so gründlich mixen, bis kein einziger Sonnenblumenkern mehr zu sehen ist. Probieren, evtl nachwürzen (auch mit anderem, die Gewürze hier sind ja schließlich ganz nach meinem Geschmack). Anschließend die Stärke mit so wenig Wasser wie möglich anrühren. Das ganze mit in dem Mixer geben und nochmal sehr gut durchmixen. Dann kommt alles ganz kurz auf den Herd (wegen der Stärke) und kann danach in alte Marmeladengläser abgefüllt werden. Bei mir hat es für etwas über 500ml Creme gereicht. Zum Schluss habe ich in eines der beiden Gläser noch eine Schicht Öl gegeben zum konservieren. Ich werde irgendwann Bericht erstatten welches Glas sich tatsächlich länger gehalten hat.
Dafür dass ich einfach so drauflos gemacht habe kann sich das Ergebnis sehen lassen, wie ich finde:
Der Aufstrich schmeckt immer noch nach Paprika, aber durch die Sonnenblumenkerne auf eine sehr milde und angenehme Weise. Auch der Zucker hat wahrscheinlich seinen Teil zur Neutralisierung des bitteren Geschmacks beigetragen.
Also mir schmeckt es großartig:)
Liebe gute Paprika, verzeih mir also bitte deine schändliche Missachtung in der Vergangenheit, ich glaube eigentlich habe ich dich doch ganz gern..
(Da ich im Nachhinein erst so richtig nachvollzogen habe was ich da eigentlich zusammengerührt habe sind jetzt leider noch keine ml Angaben für die Menge an Wasser oder Kochzeiten im Rezept. Ich habe aber grob die Kalorien ausgerechnet. 100g Paprikacreme kommen auf ca. 225kcal.)